Ärzte Zeitung online, 04.11.2016

Innovationspotenzial

Falsche Prioritäten

Ein Kommentar von Helmut Laschet

Es ist schon auffällig: Um randständige Branchen und Unternehmen kümmern sich Chefs bis zum Kanzler hinauf. Das ist aktuell so beim Grenzanbieter Tengelmann so, für den sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ins Zeug legt; bei der Holzmann-Pleite war es der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder, der das Schicksal auch nicht wenden konnte.

Die Zukunftsbranche Gesundheit – von Biotech bis zur Pflege – wird hingegen niederen Chargen überlassen, Chancen bleiben ungenutzt, Probleme werden kleingeredet.

Die Chance der Gesundheitswirtschaft ist ihr Innovationspotenzial und das sichere stetige Wachstum in einer älter werdenden Gesellschaft.

Ordnungspolitische Vorstellungen für einen Wettbewerbsrahmen sind im Bundeswirtschaftsministerium aber nicht erkennbar – dominiert wird dies von einer meist opportunistischen sektorenbezogenen Kostendämpfungspolitik der Gesundheitspolitiker. Ebenso existiert kein konsistentes Instrumentarium zur Bewertung von Innovationen. Das verzerrt Chancen.

Ein ganz düsteres Kapitel ist die Digitalisierung der Medizin, die Datennutzung zur Versorgungssteuerung, Forschung und Evaluation. Länder wie Estland, noch vor 30 Jahren in der kommunistischen Steinzeit, haben uns längst überholt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »