Ärzte Zeitung online, 23.01.2014

Thüringen

Drei Todesfälle durch Ärztefehler

JENA. Mit großem Kopfschütteln reagiert die Thüringer Landesärztekammer auf den AOK-Bericht, der von 19.000 Todesfällen durch Behandlungsfehler spricht. Diese Zahl sei "abenteuerlich" und hänge letztlich davon ab, wie hoch man die Dunkelziffer ansetze, erklärte LÄK-Präsident Mathias Wesser.

Für Thüringen habe die Behandlungsfehlerstatistik der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen im Jahr 2013 insgesamt - stationärer und ambulanter Bereich - lediglich 67 Behandlungsfehler festgestellt, davon drei mit Todesfolge.

Diese Zahlen betreffen allerdings nur das Hellfeld, also bei der Schlichtungsstelle gemeldete Fälle. "Jeder Fehler ist ein Fehler zu viel", so der Ärztekammerpräsident, "aber man muss diese Zahlen auch im Verhältnis zur Gesamtzahl der rund 18 Millionen Behandlungsfälle in Krankenhäusern in Deutschland sehen."

Die AOK betreibe Panikmache. "Aus Fehlern kann man lernen. Deshalb sind wir froh, dass sich in den vergangenen Jahren eine neue Fehlerkultur im Gesundheitswesen entwickelt hat." (rbü)

Topics
Schlagworte
Arzthaftung (367)
Thüringen (315)
Organisationen
AOK (7127)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »