Ärzte Zeitung, 06.02.2015

Delegation

Urologen wollen auch die NäPA-Förderung

Um die 22.000 Hausbesuche pro Quartal erbringen Nordrheins Urologen. Teilweise setzen sie hierbei schon ihre MFA ein.

KÖLN. Die Förderung von entlastenden Versorgungsassistentinnen darf nicht auf Hausärzte beschränkt bleiben, fordert die Uro-GmbH Nordrhein.

Gerade für urologische Praxen wäre eine Ausweitung des Konzepts notwendig und sinnvoll, sagt der Geschäftsführer Dr. Michael Stephan-Odenthal.

"Wir brauchen in der Urologie bei bestimmten Tätigkeiten ebenso wie die Hausärzte eine Entlastung", so Stephan-Odenthal. Das gelte insbesondere für Hausbesuche wegen eines Katheterwechsels.

"Das können wir an speziell geschulte medizinische Fachangestellte delegieren."

Zurzeit machen die 330 niedergelassenen Urologen in Nordrhein zwischen 15.000 und 22.000 Hausbesuche im Quartal, erläutert er. Übernimmt eine Mitarbeiterin einen Teil der Besuche, könnten die Ärzte in ihren Praxen mehr Patienten versorgen.

Nach Stephan-Odenthals Angaben haben einzelne größere Urologen-Praxen in Nordrhein ihre MFA entsprechend geschult. Dabei sei sichergestellt, dass immer ein Arzt im Hintergrund erreichbar ist, falls Probleme auftreten.

Die Urologen tun das ohne jede Förderung und können die Leistungen auch nicht über die Krankenkassen abrechnen.

Die Uro-GmbH vertritt als Managementgesellschaft nach eigenen Angaben rund 300 niedergelassene Urologen in Nordrhein. Sie hat zu den entlastenden Versorgungsassistentinnen in der Urologie einen Vertrag zur integrierten Versorgung entwickelt.

Mit dem gezielten qualitätsgesicherten Einsatz der geschulten MFA können nicht nur die Ärzte entlastet, sondern auch Klinikseinweisungen vermieden werden, sagt der Urologe aus Leverkusen. "Bei den Krankenkassen besteht an einem solchen Vertrag aber offensichtlich kein Interesse."

Auch in anderen Regionen versuchten die Urologen, über die Qualifikation von Mitarbeiterinnen oder andere Modelle wie die Kooperation mit Pflegediensten Entlastung bei den Hausbesuchen zu organisieren, sagt Stephan-Odenthal.

"Das sind aber nur Insellösungen, das reicht nicht aus." (iss)

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