Ärzte Zeitung online, 24.04.2017

Urteil

Apotheker muss wegen Rezeptbetruges in Haft

FRANKFURT/MAIN. 850.000 Euro Schaden: Wegen eines groß angelegten Rezeptbetruges hat das Landgericht Frankfurt einen 60 Jahre alten Apotheker zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt (Az.: 3440 Js 219495/11). Eine ehemalige Sprechstundenhilfe (53), die dem Apotheker Blanko-Rezeptblöcke und Arztstempel besorgt hatte, erhielt am Freitag eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Zudem muss sie 300 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. Beide wurden wegen gewerbsmäßigen Betruges verurteilt. Der Apotheker hatte in 41 Fällen Abrechnungen für teure Medikamente zur Nachsorge von Lebertransplantationen bei Krankenkassen eingereicht, die er in Wirklichkeit gar nicht an Patienten ausgegeben hatte. Dafür benutzte er die von der Mitangeklagten erhaltenen Blanko-Rezepte und Patientendaten, die sie ihm beschafft hatte. Der Schaden belief sich auf rund 850.000 Euro. Vor Gericht legten beide Angeklagten Geständnisse ab. Eine Bewährungsstrafe kam laut Urteil aber nur für die Mitangeklagte in Betracht. Beim Apotheker sei der entstandene Schaden dafür zu hoch.(dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »

Vorsicht vor E-Mail-Anhängen und Links!

Die meisten Cyber-Angriffe laufen über das elektronische Postfach - daher ist ein gesundes Misstrauen bei jeder E-Mail wichtig, betont Sven Weizenegger. Der Profi-Hacker gibt im Interview Tipps, worauf zu achten ist. mehr »