Ärzte Zeitung, 10.06.2013
 

Allgemeinmedizin

Weiterbildungskonzept wirkt

Mehr Geld, mehr Geförderte: Die Förderung von Weiterbildungsassistenten in der Allgemeinmedizin trägt langsam Früchte. Dies zeigt der Evaluationsbericht für das Jahr 2011.

Von Florian Staeck

Weiterbildungskonzept wirkt

Junge Allgemeinmediziner in der Praxis - die gestiegenen Förderzahlen machen Mut. contrastwerkstatt / fotolia.com

BERLIN. Bundesweit sind junge Ärzte in Klinik und Praxis mit 81,7 Millionen Euro in der Weiterbildung gefördert worden. Das sind 5,7 Millionen Euro mehr als 2010.

Gewachsen ist auch die absolute Zahl geförderter Ärzte in Weiterbildung, und zwar um 225 auf 3483 in der ambulanten Versorgung. Im Krankenhaus wurden 2015 Ärzte im Rahmen des Programms gefördert (Vorjahr: 1923).

Leicht zugenommen hat die Zahl der Ärzte, denen die Facharztbezeichnung Allgemeinmedizin (759) und Innere und Allgemeinmedizin (539) im Jahr 2011 zuerkannt worden ist. Mit zusammen 1298 Facharztanerkennungen ist deren Zahl um 213 im Vergleich zu 2010 gestiegen.

Insgesamt haben bundesweit 11548 Ärzte einen Facharzttitel zuerkannt bekommen. Damit entfielen 11,2 Prozent (Vorjahr: 10,4 Prozent) auf Hausärzte. Rund 60 Prozent der neuen Fachärzte sind Frauen.

Förderbetrag wurde 2010 erhöht

Vor drei Jahre ist die Förderung der Weiterbildung überarbeitet worden. Ab Anfang 2010 wurde auch der Förderbetrag von 2040 auf 3500 Euro (ambulant) sowie von 1020 auf 1750 Euro (stationär) im Monat erhöht.

Die früher geltende Quotierung auf maximal 3000 geförderte Stellen bundesweit ist seitdem entfallen. Die Partner der Fördervereinbarung (KBV, DKG, GKV-Spitzenverband sowie die Bundesärztekammer) müssen jährlich einen Evaluationsbericht vorlegen.

Galt 2010 noch als Übergangsjahr, in dem die neuen Förderkriterien erstmals angewendet wurden, so liefert der neue Bericht erstmals Hinweise dazu, ob die Förderpolitik tatsächlich greift.

Das scheint der Fall zu sein: Ein Plus von knapp sieben Prozent bei der Zahl geförderter Ärzte in Weiterbildung deute darauf hin, dass die "strukturellen und finanziellen Änderungen langsam greifen", heißt es.

Koordinierungsstellen in elf Bundesländern

Als positiv wird vermeldet, dass im stationären Sektor nicht nur die absolute Zahl der Förderstellen, sondern auch der Anteil der Stellen in Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung zugenommen hat.

Wesentlicher Teil des Programms sind die Koordinierungsstellen zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin auf Landesebene, deren Einrichtung seit 2010 verbindlich vorgesehen ist.

Sie soll den jungen Ärzten eine Weiterbildung aus einem Guss ermöglichen und sie mit Informationen, Beratungsangeboten und Stellenbörsen unterstützen. Im Jahr 2011 waren in elf Bundesländern Koordinierungsstellen etabliert.

In den anderen Regionen befanden sich die nötigen Strukturen noch im Aufbau oder waren noch nicht formell installiert, heißt es. Die Selbstverwaltungspartner sehen bei der Neustrukturierung der Weiterbildung insgesamt einen "positiven Trend" aus, heißt es.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Zahlen, die Mut machen

[10.06.2013, 22:17:23]
Dr. Cornelia Karopka 
Zahlen, die Mut machen!??
Immerhin 11,2% (1298)aller Facharztabschlüsse fielen auf die Fächer Allgemeinmedizin bzw. Innere und Allgemeinmedizin. Das lässt doch hoffen für die Zukunft! Immerhin stellen die Hausärzte doch auch "nur" einen Anteil von 48 Prozent oder 51900 im Jahr 2010. Bis 2020 werden von diesen über 31000 Hausärzte älter als 60 Jahre sein und 9700 über 70 Jahre (Zahlen aus dem KBV Bericht von 2010).

Wenn nun jährlich weiter so "viele" Facharztanerkennungen für Hausärzte vergeben werden, dann sind das bis 2020 immerhin 12000, die würden eben genügen, die über 70- Jährigen zu ersetzen, vorausgesetzt, jeder Neufacharzt würde auch eine Tätigkeit als Hausarzt aufnehmen. Die über Sechzigjährigen werden dann wohl zwingend bis zum Siebzigsten weiter arbeiten müssen, wenn nicht mehr als die Hälfte der derzeit vorhandenen Hausarztsitze verwaist werden sollen.
Als Hausarzt muss man sich unter diesen Bedingungen jedenfalls keine Sorgen um mangelnde Arbeit in den nächsten zehn Jahren und darüber hinaus machen.

Man kann diese Zahlen sicher so oder so betrachten, aber Mut braucht man in diesen Zeiten auf jeden Fall, wenn man sich entschließt, eine Tätigkeit als Hausarzt aufzunehmen. zum Beitrag »

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