Ärzte Zeitung online, 06.09.2013
 

Masterstudium Demenz

Noch fehlen die Ärzte

Seit dem vergangenen Wintersemester gibt es in Witten/Herdecke den interdisziplinären Masterstudiengang zur Versorgung von Demenzkranken. Der Studiengang findet auch Anklang - nur die Ärzte fehlen noch.

KÖLN. Der interdisziplinäre Masterstudiengang zur Versorgung von Demenzkranken und ihren Angehörigen an der Universität Witten/Herdecke hat Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen angezogen. Eine wichtige Berufsgruppe fehlt allerdings noch: die Ärzte.

Seit dem Wintersemester 2012/2013 können Interessierte an dem berufsbegleitenden Teilzeitstudiengang "Multiprofessionelle Versorgung von Menschen mit Demenz und ihrer Familie" teilnehmen.

In Präsenz- und Selbstlernphasen sollen die Studierenden insgesamt zehn Module belegen. Hinzu kommen die Masterarbeit und das Masterkolloquium. Die Gebühren für den Masterstudiengang betragen 16.000 Euro.

Pflegekräfte stellen die Hälfte der Teilnehmer

Den Auftakt haben im vergangenen Jahr 16 Studierende gemacht. Jetzt kommen 15 weitere hinzu. "Pflegekräfte stellen rund die Hälfte der Teilnehmer", berichtet Otto Inhester vom Department für Pflegewissenschaft an der UW/H. Beteiligt an Forschung und Lehre sind auch die Departments Humanmedizin und Zahnmedizin der Fakultät für Gesundheit.

Neben Pflegeexperten wollen sich außerdem Architekten, Theologen und Versicherungsmathematiker für die künftigen Herausforderungen fit machen.

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hat jetzt zwei Module des Studiengangs als Fortbildungsveranstaltungen anerkannt: "Demenz als existentielle Situation des Menschseins" und "Familien mit Menschen mit Demenz".

Die Universität begrüße diesen Schritt, sagt Inhester. "Ähnliches wäre sicherlich auch für weitere Berufsgruppen wie Ärzte oder Juristen denkbar und wünschenswert." Ihn wundert die bisherige Abstinenz von Medizinern.

Denn die künftigen Versorgungsstrukturen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sowie die flankierenden Rahmenbedingungen sind ein wichtiger Schwerpunkt des Studiengangs. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »