Ärzte Zeitung, 11.05.2015

Feldmann bei KBV-VV

Weiterbildung bleibt eine Baustelle

Trotz einiger Fortschritte - die Finanzierung der Weiterbildung steht weiter auf wackligen Füßen.

Weiterbildung bleibt eine Baustelle

Weiterbildung als zentrale Aufgabe: KBV-Vorstand Regina Feldmann.

© Kraus

FRANKFURT/MAIN. Die KBV misst der Weiterbildung und ihrer Förderung eine zentrale Rolle zur künftigen Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung bei.

Vor allem in der Allgemeinmedizin existiere zusätzlicher Förderbedarf, der im Grundsatz auch von der Politik anerkannt werde, so KBV-Vorstandsmitglied Regina Feldmann am Montag bei der Vertreterversammlung in Frankfurt.

In Teilen habe die KBV in Verhandlungen zum Versorgungsstärkungs-Gesetz Fortschritte erzielt: Dazu gehöre die Aufstockung der zu fördernden Weiterbildungsstellen und der Förderung. Inhaltliche Aspekte des KBV-Stiftungskonzepts seien - trotz Bedenken der Bundesärztekammer - als Option in der das Gesetz aufgenommen worden.

Weiterbildung besser organisieren

Dicht dran am Deutschen Ärztetag

Die "Ärzte Zeitung" ist für Sie beim 118. Deutschen Ärztetag vom 12. bis 15. Mai direkt "am Ball" - live und auch in Farbe:

Videos von allen wichtigen Events

Twitter live vom Geschehen über #daet15 oder www.twitter.com/aerztezeitung.

Unsere aktuellen Berichte im Überblick: www.aerztezeitung.de/aerztetag15

Nach dem Konzept können Fördermittel durch eine zentrale Stelle auf Landes- oder Bundesebene verwaltet werden, regionale Projekte zur Stärkung der allgemeinmedizinischen Weiterbildung gefördert und das Programm potenziell auf andere Fachgruppen erweitert werden.

Nach wie vor unklar bleibt aber, ob tatsächlich in der Allgemeinmedizin 7500 Vollzeitstellen bezahlt werden. Die Finanzierung der Weiterbildung von Fachärzten in der ambulanten Medizin sei noch unverbindlich.

Dringend notwendig sei auch, die Weiterbildung besser zu organisieren, um die Weiterbildungsdauer - effektiv liegt sie bei zehn Jahren doppelt so hoch wie vorgesehen - zu verkürzten. Vielversprechend sei die Organisation durch Kompetenzzentren, wie sie in Hessen und Baden-Württemberg entstanden seien.

Therapiespielräume von Physiotherapie könnten erweitert werden

Eine Absage erteilte Feldmann einer Initiative aus der Unionsfraktion, Patienten den Direktzugang zu Physiotherapeuten ohne ärztliche Verordnung zu ermöglichen und damit Diagnose-, Therapie-und Ergebnisverantwortung auf medizinische Assistenzberufe zu verlagern.

Damit werde die Versorgung von Patienten zergliedert. Möglich sei aber, die Therapiespielräume von Physiotherapeuten durch eine ärztliche Blankoverordnung zu erweitern, bei der der Arzt sich auf Indikation, Diagnose und Therapieziel beschränkt, der Heilmittelerbringer aber die Verantwortung für die Auswahl einer wirtschaftlichen Therapie übernehme.

Ausdrücklich begrüße die KBV die Zielsetzung des Hospiz- und Palliativgesetzes. Notwendig sei aber die Sicherung einer dauerhaften Finanzierung.

Leistungen müssten von der Budgetierung ausgenommen sein. Ferner müssten flächendeckend und kassenübergreifend Versorgungsverträge abgeschlossen werden. (HL)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »