Ärzte Zeitung online, 21.11.2016

Brandenburg

Gesundheitscampus soll Ideenschmiede sein

Landtag in Brandenburg gibt Millionen-Förderung für den Forschungs- und Lehrverbund frei.

POTSDAM. Der Brandenburger Landtag hat dem Konzept für den Gesundheitscampus Brandenburg zugestimmt. Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) begrüßte diese Entscheidung.

"Durch die Vernetzung im Gesundheitscampus entsteht nicht nur ein in dieser Form einmaliges Netzwerk in Deutschland – es ergeben sich auch neue Chancen für die Fachkräftesicherung und die medizinische und pflegerische Versorgung im Flächenland Brandenburg sowie für die weitere Stärkung der Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Gesundheitsbereich", so die Ministerin.

Ein Schwerpunktgebiet des Gesundheitscampus soll die Forschung zu Erkrankungen im Alter werden. "Zudem wollen wir Modelle entwickeln, die es kranken Menschen ermöglichen, möglichst lange zu Hause zu leben und gut versorgt zu werden", kündigte Münch an.

Der Gesundheitscampus wird als Forschungs- und Lehrverbund von Universitäten, weiteren Hochschulen, außeruniversitären Einrichtungen und einem breiten Netz von Kliniken organisiert. Ein Wissenschaftlicher Beirat begleitet den Aufbauprozess und gibt Empfehlungen für die Weiterentwicklung von Forschungsschwerpunkten.

Pilotphase begonnen

Die zweijährige Pilotphase zum Aufbau hat im Sommer mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages der drei beteiligten Hochschulen begonnen. Außer einem Entwicklungs- und Personalkonzept und einer gemeinsamen Promotions- und Habilitationsordnung wird in dieser Phase auch ein Konzept zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erarbeitet.

Ab 2017 sollen die Forschungsverbünde starten, und für 2018 ist geplant, die ersten von insgesamt zwölf Professoren zu berufen.

Für den Gesundheitscampus sind 2017 rund 2,2 Millionen Euro, 2018 etwa 3,4 Millionen Euro und ab 2019 insgesamt fünf Millionen Euro jährlich vorgesehen.

Eine direkte Finanzierung der privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane hat der Landtag in diesem Rahmen ausgeschlossen. Doch wie die MHB zielt auch der Gesundheitscampus darauf, gegen den Ärztemangel im Flächenland anzugehen. (ami)

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