Ärzte Zeitung online, 22.05.2017

Deutsche Diabetes Gesellschaft

Offensive zur Qualifizierung von Pflegekräften

Eine Fachgesellschaft will die Kompetenz von Pflegekräften im Umgang mit Diabetes systematisch stärken.

BERLIN. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) startet eine Qualifizierungsoffensive für professionelle Pflegekräfte. Hintergrund sei, dass die Zahl diabeteskranker Patienten kontinuierlich steige, ob in Kliniken, Altenheimen oder in der ambulanten Pflege. "Doch häufig fehlen Pflegekräfte mit spezifischen Diabeteskenntnissen", verdeutlicht DDG-Präsident Professor Baptist Gallwitz die aus Sicht seiner Fachgesellschaft problematische Gemengelage.

Um die Kompetenz im Umgang mit der Stoffwechselerkrankung zu stärken, werde die DDG im kommenden Jahr Kompaktkurse "Basisqualifikation Diabetes Pflege" anbieten. Erster Schritt sei die Schulung entsprechender Trainer, die auf dem Diabetes Kongress vom 24. bis 27. Mai 2017 in Hamburg starte.

Um den Schulungsbedarf zu untermauern, verweist die DDG darauf, dass bereits jeder Vierte, der in einem Pflegeheim lebt, an Diabetes erkrankt sei – insgesamt seien schätzungsweise eine halbe Million Heimbewohner betroffen. Darüber hinaus ließen sich jährlich etwa zwei Millionen Menschen wegen anderer Krankheiten im Krankenhaus behandeln, die aber auch an Diabetes erkrankt seien. Die Zahlen in der ambulanten Pflege sind laut DDG entsprechend hoch. "Das stellt das Pflegepersonal in Kliniken und Altenheimen vor neue Herausforderungen, die spezielles Wissen erfordern", betont Gallwitz.

Die Fortbildung umfasst laut DDG sechzehn Stunden und wird ab 2018 angeboten. "Der zweitägige Kurs soll zielgerichtet Wissen über Therapie, Folgen und Begleiterscheinungen des Diabetes vermitteln, damit der Pflegeprozess optimal abläuft", erläutert Dr. Jürgen Wernecke, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Geriatrie der DDG. Das schließe die Erhebung des diabetesspezifischen Pflegebedarfs, aber auch die Einleitung, Umsetzung und Überwachung von Veränderungsanforderungen, das Entlassmanagement sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit ein. (maw)

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