Ärzte Zeitung online, 20.06.2017

Arbeitsschutz

VCI kritisiert EU-Vorstoß zu Titandioxid

HELSINKI/FRANKFURT. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisiert die Empfehlung des Ausschusses für Risikobeurteilung der in Helsinki ansässigen Europäischen Chemikalienbehörde ECHA, das Weißpigment Titandioxid als "einen Stoff mit Verdacht auf krebserzeugende Wirkung beim Menschen" durch Einatmen einzustufen.

Der VCI kommt zu einem anderen Ergebnis: "Die Bewertung ist aus toxikologischer Sicht nicht nachvollziehbar und führt zu einer großen Verunsicherung der Verbraucher. Außerdem hat die Bewertung gravierende Auswirkungen auf die betroffenen Industriebranchen", verdeutlicht Gerd Romanowski, VCI-Geschäftsführer Technik und Umwelt. Die ECHA stütze sich auf Studien an Ratten, die sehr hohe Konzentrationen an Titandioxid-Staub inhaliert hatten. Dies führte zu Lungenüberladungen durch Einatmen von Staubpartikeln. Alle relevanten Leitlinien der ECHA, der OECD und des Europäischen Zentrums für Toxizität und Ökotoxizität stellten jedoch übereinstimmend fest, dass Ergebnisse aus derartigen Lung-overload-Studien an Ratten nicht auf Menschen übertragbar seien, so der VCI. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Warum ein Blinddarm auch nach der Op noch Ärger macht

Fälle wiederkehrender Appendizitis nach Appendektomie sind rar. Doch es sind offenbar sogar mehrere Rezidive möglich, wie ein Fall aus den USA zeigt. mehr »

Ein Plädoyer für mehr Medizinstudienplätze!

Medizinstudent Marcel Schwinger ist der Meinung, dass mehr Studienplätze in der Humanmedizin einen hohen Nutzen für die gesamte Gesellschaft haben – und rechnet vor, wie der Nutzen in Zahlen beziffert werden kann. mehr »

Neuer Malaria-Wirkstoff erfolgreich getestet

Eine neue Wirkstoffkombination hat in einer Studie Malaria-Patienten von ihrer Infektion geheilt. mehr »