Ärzte Zeitung online, 30.01.2018

Gesundheitsmanagement

Prävention und Fitnesswunsch ölen deutsche Studiomaschine

In den Fitnessstudios gelten das Betriebliche Gesundheitsmanagement und die Betriebliche Gesundheitsförderung als Top-Trends für dieses Jahr, heißt es im Umfeld der Sportmesse Ispo Munich.

Von Matthias Wallenfels

Prävention und Fitnesswunsch ölen deutsche Studiomaschine

Fitnessangebote, professionell betreut und vom Arbeitgeber oder der Kasse bezuschusst, erfreut immer mehr Arbeitnehmer.

© picture-alliance / Bildagentur-o

MÜNCHEN/HAMBURG. Mit 34 Prozent ist Fitness die beliebteste Sportart der Deutschen, gefolgt vom Schwimmen mit 33 Prozent und Wandern mit 32 Prozent, wie es in einer aktuellen Sportmarkt-Studie des Beratungsunternehmens Deloitte heißt, die am Montag in München auf der Sportmesse Ispo Munich vorgestellt wurde. Die sportlich aktiven Verbraucher lassen sich ihre Leidenschaft und Gesundheit demnach einiges kosten.

Die durchschnittlichen Ausgaben der Mehrheit pro Jahr liegen für Sportartikel bei rund 120 Euro, für Ausrüstung bei 86 Euro, so Deloitte. Hinzu kämen 237 Euro für Sportreisen und sportlich geprägte Urlaube sowie 166 Euro für Mitgliedsbeiträge für Sportvereine und Fitnessstudios. Zusammen mit weiteren, kleineren Posten komme eine Summe von insgesamt 725 Euro im Jahr zusammen.

Die Fitnessstudiobetreiber sind für den Ansturm der gesundheitsbewussten Menschen in Deutschland durchaus gewappnet – 2016 verzeichnete die Fitnessbranche in Deutschland erstmals mehr als zehn Millionen Mitglieder, wie es von Seiten des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) heißt.

Zusammenarbeit mit Ärzten gefragt

Die Fitnessstudios werden dieses Jahr aber nicht primär von allgemeinem Workout präsentieren, heißt es in der aktuell veröffentlichten DSSV-Jahresprognose für 2018. Als Top-Trend der Branche bezeichnet der Arbeitgeberverband das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) und die – durch das Präventionsgesetz beflügelte und von den Kassen bezuschusste – Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF).

"Es spricht vieles dafür, dass auch die Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die ein Betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen integrieren möchten, 2018 ansteigt", heißt es in der Prognose. Die Ziele eines BGM reichten dabei von der Unterstützung der Beschäftigten hinsichtlich der Ausübung gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen über die Gestaltung von gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen bis hin zum Demografie- und Fehlzeitenmanagement. Im Rahmen der BGF böten Unternehmen ihren Mitarbeitern häufig vergünstigte Konditionen für Mitgliedschaften im Fitnessstudio an.

Bereits in den DSSV-Jahresprognosen für 2017 schafften es BGM-und BGF-Angebote unter die Top Ten der Branchentrends. Wie DSSV-Pressesprecher Dustin Tusch im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erläuterte, stünde bei vielen Studios weiterhin die Zusammenarbeit mit Ärzten hoch im Kurs.

Dies sei nur nicht mehr in den Trends ausgewiesen, da sich die Systematik zu deren Erhebung geändert habe. Bisher fragte der DSSV generell die Trends der Branche ab, nunmehr würden nur noch die ersten fünf identifiziert, so Tusch.

Personalisiertes digitales Training

Als zweiten großen Trend nennt der DSSV für 2018 die höheren Ansprüche der Studiokunden an die Qualifikation der Trainer, gefolgt von der zunehmenden Digitalisierung. Digitale Lösungen unterstützten Kunden vor allem im Trainingsbereich.

Beim Zirkeltraining beispielsweise berücksichtige die Chipkartensteuerung individuelle Körpermaße und Trainingsziele des Kunden, elektronische Widerstände ersetzten Gewichte und präzise Taktung garantiere genaue Belastungsphasen.

Durch eine gesteigerte Kompatibilität unter verschiedenen Trainingsgeräten könne der Kunde immer häufiger sein Training über eine einzige App dokumentieren und steuern. Ergänzt würden die Fitnesseinheiten der Trainierenden immer öfter durch Wearables, wodurch auch Daten außerhalb des Studios in die Trainingsplanung einfließen könnten.

Welches Potenzial der Einsatz von Wearables im Gesundheitsbereich verspricht, ist unter anderem Thema der Fachmesse Wearable Technologies Conference 2018, die am Dienstag und Mittwoch in München stattfindet.

Krafttraining ist und bleibt laut DSSV der absolute Klassiker des Fitnesstrainings – und stellt damit den vierten Branchentrend dar. Vor allem dem altersbedingten Muskelmasseverlust ab dem 30. Lebensjahr gelte es entgegenzuwirken, um weiterhin fit und gesund durchs Leben zu gehen. Deshalb eigne sich Krafttraining nicht nur für junge Menschen, die ihren Körper in Form bringen wollen, sondern vor allem auch für Best Ager.

Auf Rang fünf der Trendliste schaffte es das Functional Training. Immer mehr Studios sprechen nicht nur unterschiedliche Zielgruppen an, sondern richten sich auf unterschiedliche Trainingsarten und deren Ausprägung aus, so der DSSV. Diese Spezialisierungen beinhalteten Trainingsarten, die gerade im Trend oder schon etabliert und ungebrochen stark nachgefragt seien.

 Dazu gehöre das Functional Training, das seinen Fokus auf ganzheitliches Fitnesstraining lege. Das bedeute, dass der Fokus des Trainings weg von isolierten Muskelpartien hin zum Training ganzer Muskelgruppen gehe.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Erhöhtes Krebsrisiko durch Kuhmilch und Rindfleisch?

Forscher sind krebsauslösenden Agenzien auf der Spur, die in Milch und Rindfleisch stecken. Sie sind dadurch wohl auch auf den Grund gestoßen, warum Stillen das Krebsrisiko senkt. mehr »

Homöopathie-Ausschluss für CME-Punkte?

Werden in Berlin künftig keine CME-Punkte mehr für Fortbildungsveranstaltungen zur Homöopathie vergeben? Die Diskussion darüber läuft noch. mehr »

Dort, wo die Folgekoloskopie nötig ist, erfolgt sie oft nicht

Bei der Nachsorge von Patienten nach Screening-Koloskopien besteht eine erhebliche Über- und Unterdiagnostik - je nach Adenomtyp, so Daten der KolosSal-Studie. mehr »