Ärzte Zeitung, 17.12.2015

Studie

62 Prozent werten Kasse als Datenkrake

Vielen geht das Sammeln von Daten zu weit. Wer Verbrauchern besonders dabei auffällt, zeigt jetzt eine aktuelle Umfrage.

NEU-ISENBURG. Nach Ansicht von Verbrauchern in Deutschland zählen Krankenkassen zu den größten Datenkranken. Das ist Ergebnis einer neuen Umfrage, die das Marktforschungsinstitut TNS Emnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) durchgeführt hat.

Demnach antworteten 62 Prozent der Befragten, dass Versicherungsunternehmen und Krankenkassen zu viele Daten sammelten.

Das ist Platz sechs unter den Institutionen, die erwähnt wurden, gefolgt von Banken und Sparkassen (54 Prozent), Strom- und Gasanbietern (37 Prozent) sowie Autoherstellern.

Auf den vorderen Plätzen finden sich unter den Nennungen mit 84 Prozent wenig überraschend soziale Netzwerke und Kommunikationsdienste, Onlineshops (77 Prozent), Telefongesellschaften und Internetanbieter (75 Prozent), E-Mail-Dienste (65 Prozent) sowie auch Handy- und Computerhersteller (62 Prozent).

Einkauf mit geklauten Daten?

Sorge bereitet den Verbrauchern laut Umfrage vor allem, dass ihre Daten möglicherweise nicht genügend geschützt sind: 65 Prozent bereite Furcht, dass sie nicht wissen, wer ihre Daten nutzt, 46 Prozent denken, jemand könnte mit geklauten Daten einkaufen oder gar eine Straftat begehen (42 Prozent).

Für mehr Datenschutz würde der Großteil der Umfrageteilnehmer sogar das Portemonnaie zücken: Mehr als jeder zweite sei bereit, für bisher kostenlose Dienste zu bezahlen, wenn die höchsten Datenschutz und Werbefreiheit böten.

Ruf nach mehr Datenschutz

Das seien deutlich mehr (35 Prozent) als noch bei einer Umfrage vor zwei Jahren. Mit Blick auf die Umfrageergebnisse fordert die vzbv die zügige Umsetzung einer allgemeinen Datenschutzverordnung auf europäischer Ebene.

"Statt Datenkraken munter weitersammeln zu lassen, gilt es, für mehr Datenschutz zu sorgen. Damit dürfen Politik und Unternehmen Verbraucher nicht allein lassen", betont vzbv-Vorstand Klaus Müller.

Für die repräsentative Umfrage seien etwa 1000 Personen ab 18 Jahren telefonisch befragt worden. (mh)

Weitere Umfrageergebnisse unter https://t1p.de/datenschutz-umfrage

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »