Ärzte Zeitung online, 17.07.2018

Kommentar zum Tätigkeitsbericht der Bundesdatenschutzbeauftragten

Transparenter Datenschutz

Ein Kommentar von Wolfgang van den Bergh

136a0204_7471641-P.jpg

Schreiben Sie dem Autor vdb@springer.com

Respekt! Es ist eine Fleißarbeit, wenn man die aktuelle Bundestags-Drucksache 19/3370 durchblättert – den Tätigkeitsbericht der Bundesdatenschutzbeauftragten zur Informationsfreiheit 2016/17.

Im Kern geht es um das Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Also ein Gesetz, das es (fast) jedem ermöglicht, in amtliche Akten Einblick zu nehmen. Der Interpretationsspielraum ist groß.

Im Kapitel zur Gesundheit finden sich so spannende Anfragen wie zum Zugang zu anonymisierten Daten contergangeschädigter Menschen, oder das Recht auf Auskunft, wie viel Geld der Vorstand einer Kasse verdient.

Strittig war auch die Frage, ob ein Petent Auskunft über die Gesamtmitgliederzahl der Kassen, aufgeschlüsselt nach Kassenarten und Zeitabschnitten (Monaten), erhalten darf. Oder ob die Bemessung der Gebühren für den Informationszugang beim BfArM korrekt sei.

Nun darf man auf den nächsten Bericht gespannt sein, wenn die Datenschutzgrundverordnung und deren Folgen berücksichtigt werden. Ich könnte mir vorstellen, dass die Flut der Anfragen zunehmen wird. Übrigens: Aktuell wird in Praxen schon diskutiert, ob Ärzte ihre Patienten weiterhin mit Namen oder nur noch nach Nummern aufrufen dürfen – wegen des Datenschutzes.

Lesen Sie dazu auch:
Datenschutz: Auskunftsbegehren an Behörden mit klaren Grenzen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Spermien auf Dope

Vielleicht sollten besser ältere als jüngere Männer kiffen: Cannabis scheint die Fruchtbarkeit zu mindern, aber vor Prostatakrebs zu schützen. mehr »

Mit Mikroben gegen Asthma

Künftige Asthma-Therapien könnten neben Antikörpern auch Mechanismen der körpereigenen Entzündungshemmung nutzen – oder Helicobacter pylori. mehr »

Ein Nigerianer und ein Serbe sichern die Versorgung im Norden

Lunden ist gelungen, woran andere Regionen scheitern: In einer kommunalen Eigeneinrichtung sichern zwei Ärzte ab Mai die Versorgung. mehr »