Ärzte Zeitung online, 05.06.2018

Kommentar

Miteinander wär' besser

Von Philipp Grätzel von Grätz

wi

Schreiben Sie dem Autor wi@springer.com

Die Krankenkassen haben Bewegung in die Digitalisierung gebracht. Auch DAK und Co. starten jetzt eine Gesundheitsakte kopierter Originaldokumente im Internet.

Und auch diese Akte ist nicht mit der elektronischen Patientenakte nach Paragraf 291a der gematik kompatibel.

Was tun? Für die unmittelbare Versorgungskommunikation braucht es eine primär ärztlich koordinierte Akte. Sie kann nur innerhalb der Telematikinfrastruktur (TI) liegen. Zusätzlich muss der Patient weitgehende Möglichkeiten bekommen, eigene Daten wofür auch immer zu nutzen.

Das geht entweder innerhalb der TI über ein Patientenfach à la gematik oder über eine externe Gesundheitsakte außerhalb der TI. Die erste Variante ist eleganter, sie vermeidet Datensammlungen und Interoperabilitätsprobleme.

Doch die Kassen wollen davon nichts wissen, denn die Kassenärzte betrachten die Paragraf-291a-Akte als ihr Hoheitsgebiet, und die Umsetzung mobiler Anwendungen innerhalb der TI wird, gelinde gesagt mühsam.

Gesundheitsakten als "Patientenfach außerhalb der TI" sind eine gangbare Option für Akteure, die sich nicht einigen wollen. Sie werden aber nur dann nicht zum Rohrkrepierer, wenn sie seitens der Ärzte einheitlich bedient werden können, wenn es eine gute Schnittstelle gibt und wenn jemand die "ärztlichen" Akten in der TI bezahlt.

Lesen Sie dazu auch:
E-Health: Neue Gesundheitsakte bringt GKV und PKV zusammen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Beim Hausarzt sind Patienten sicher

Viele Patienten erleiden während ihrer Therapie Schäden, die eigentlich vermeidbar gewesen wären. Hausarztpraxen sind jedoch ein sicheres Pflaster, wie eine Analyse ergab. mehr »

Ebola-Helfer fordern rasche Unterstützung

Noch immer klappt es nicht, den Ebola-Ausbruch im Kongo unter Kontrolle zu bekommen. Jetzt hat die WHO einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Hilfsorganisationen fordern weitere Impfstoffe und finanzielle Hilfe. mehr »

Mehr Beachtung für die Diastole!

Dem diastolischen Blutdruck wird weniger Bedeutung geschenkt als dem systolischen. Dabei sind diastolische Werte ein unabhängiger Risikofaktor für Infarkte. mehr »