Ärzte Zeitung online, 01.07.2018

Konnektor

Telekom bereitet sich auf Marktstart vor

Vor einer Woche hat der Konnektor von T-Systems die Zulassung der gematik erhalten. Den Vertrieb will das Unternehmen selbst übernehmen, aber auch Partner ins Boot nehmen.

BERLIN. Seit einer Woche sind zwei Konnektoren für die Telematikinfrastruktur zugelassen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hofft nun, dass durch den Wettbewerb auch die Preise in Bewegung kommen und die Ärzte ohne Zuzahlung ihre Praxen an die Telematikinfrastruktur anschließen können. Dies sei, so KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel, auch von den beiden großen Konnektor-Herstellern zugesagt worden.

Die KBV erwartet, dass der zweite Konnektor – von der T-Systems International GmbH – im August am Markt verfügbar sein werde. Auf Anfrage heißt es bei T-Systems, dass das Unternehmen sich "auf den Marktstart vorbereitet". Geplant sei, von zwei Seiten zu verkaufen, im Direktvertrieb und über Partner bei den Primärsystemanbietern, unter anderem medatixx, die Pharmatechnik GmbH & Co.KG. Solutio GmbH und DENS GmbH.

Anders als von der KBV postuliert, liegt T-Systems mit den Preisen für den eigenen Konnektor mit allen dazugehörigen Komponenten (Kartenleser, Praxiskarte SMC-B, Starterpauschale) bisher jedenfalls leicht oberhalb der Förderbeträge, die von den Krankenkassen erstattet werden: zurzeit 3054 Euro. Das "Medical-Access-Port-Bundle" soll nach Angaben auf der Website dagegen 3207,20 Euro kosten. Bei medatixx dagegen wird das TI-Bundle mit einem Preis von 3053,54 Euro angegeben – fast exakt auf gleicher Höhe wie das CGM-Paket Telematikinfrastruktur (3052,35 Euro).

Für Konnektorwartung und VPN-Zugangsdienst sowie für Software-Updates in der Praxis-EDV liegen die Anbieter noch dichter beieinander: CGM nimmt hier derzeit 82,67 Euro im Monat, T-Systems liegt exakt auf derselben Höhe und medatixx bei 82,11 Euro, alle inklusive Mehrwertsteuer. Die Förderpauschale für den Betrieb stimmt mit den Preisen von CGM und T-Systems überein. Die für den Zugang zur TI ebenfalls erforderliche Praxiskarte SMC-B von T-Systems ist bislang von der KBV noch nicht zugelassen, die Zulassung der gematik liegt bereits vor.

Da einige Anbieter laut KBV-Vorstand Kriedel Preise für den Anschluss an die TI nehmen, die oberhalb der Förderpauschalen liegen, kündigte er einen Brief an den Anbieterverband bvitg an. Dieser soll auf die Unternehmen einwirken, um einen Einstieg in die TI ohne Zuzahlung zu ermöglichen.

"Die Industrie müsste mit diesen Preisen hinkommen", so Kriedel. Ärzte sollten sich bei Bestellung zusichern lassen, dass sie keine Zuzahlung leisten müssen. (ger)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »