Ärzte Zeitung online, 13.07.2018

Kassen der Zukunft

Junge Versicherte wollen Alexa als Satzungsleistung

Krankenkassen könnten bei der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen punkten, wenn sie ihnen Dienste über Sprachsteuerungslösungen wie Amazons Alexa anböten, so eine Studie.

Von Matthias Wallenfels

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Kassen könnten mit ihren Versicherten auch über Sprachassistenzsysteme wie Amazons „Alexa“ kommunizieren.

© folienfeuer / stock.adobe.com

MÜNCHEN. Digitaltarife für Krankenversicherte? Nach einer Untersuchung der Strategieberatung Mücke, Sturm & Company (MS&C) wären viele Vertreter der Generation Y – und damit der 18- bis 35-Jährigen – in Deutschland bereit, für digitale Beratung zu zahlen. Konkret geht es um die Nutzung von Sprachsteuerungsinstrumenten wie etwa Amazons Alexa.

Unter den mehr als 120 Befragten gaben 48 Prozent an, sie wären bereit, durchschnittlich 5,79 Euro monatlich für einen "Basic Tarif + Alexa" zu berappen. Dafür würden sie – so die Umfrageprämisse – ein Alexa-Gerät bekommen, das sie beispielsweise regelmäßig mit Informationen zu allgemeinen Fitnessübungen und mentaler Fitness unterstützt.

Des Weiteren wären 35 Prozent bereit, durchschnittlich 17,33 Euro pro Monat für einen "Premium Tarif + Alexa" zu zahlen, bei dem sie via Alexa unter anderem Zugang zu Online-Video-Arztsprechstunden erhielten sowie individuelle Behandlungs-Informationen.

Organisationshilfe am beliebtesten

Laut MS&C entwickelt sich die Sprachsteuerung stark zu einem ernstzunehmenden Markttrend. Der weltweite Umsatz digitaler Sprachassistenten habe 2017 bei 689 Millionen Dollar gelegen. Jüngere Generationen seien besonders interessierte Zielgruppen.

Einige deutsche Krankenversicherungen reagierten bereits auf diesen Trend, indem sie sogenannte Alexa Health Skills offerieren. Health Skills sind Gesundheits-Applikationen auf dem Sprachassistenten Amazon Alexa und, wie es heißt, durch die Spracheingabe noch intuitiver bedienbar als andere digitale Services.

Wie die Befragung ergab, bevorzugt die Generation Y einfache Organisations- und individuelle Gesundheits-Skills. Zu diesen beiden Gruppen zählen Erinnerungen an einen Arzttermin sowie individuelle Ernährungstipps.

Bis zu 70 Prozent der Befragten würden einfache Organisations-Skills auf jeden Fall oder wahrscheinlich nutzen, bei den Gesundheits-Skills sind es bis zu 42 Prozent. Öffentlich zugängliches Material wie Pollenflug-Informationen und komplexe administrative Skills zum Buchen von Zusatzleistungen würden nur 30 Prozent "wahrscheinlich nutzen".

Bedenken beim Datenschutz

Ein Grund der Präferenz einfacher Skills könnte darin zu sehen sein, dass mit Informationseinschränkung gerechnet wird: So befürchten 43 Prozent der Befragten, via Health Skills nur solche Informationen zu erhalten, an denen auch ihre Krankenkasse interessiert ist. Zudem hätten 39 Prozent Angst, dass ihre Gesundheitsdaten an Dritte weitergegeben werden.

Diesen Herausforderungen stehen Vorteile wie örtliche und zeitliche Ungebundenheit (45 Prozent), Zentralität der Kassenleistungen (39 Prozent) sowie Transparenz und Zugänglichkeit der Dienste (36 Prozent) gegenüber.

Kassen können, so das Fazit der Strategieberater, diese Vorteile für sich ausschöpfen, wenn sie der Generation Y Health Skills als Satzungsleistung anbieten. Jedoch sollten sie dabei auch klar den Umgang von Personendaten und die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien kommunizieren, um den bestehenden Herausforderungen zu begegnen.

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