Ärzte Zeitung online, 20.09.2018

Datenautobahn

Millionen von Datensätzen im Austausch

Die Datenautobahn belebt sich. Und der Verkehr fließt gut, zeigen erste Erhebungen. Jeden Monat laufen bereits Millionen Datensätze über die Leitungen der Telematikinfrastruktur.

BERLIN. Ärzte, die für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) die Förderung erhalten wollen, müssen nur einen einzigen erfolgreichen Stammdatenaustausch nachweisen. Dabei bleibt es aber in der Regel nicht, im Gegenteil: Die Abläufe funktionieren so gut, dass sie schnell in die Routine übergehen. Das belegen unter anderem die Statistiken der Betreibergesellschaft gematik.

Über 50 Millionen Steckvorgänge mit nachfolgendem Stammdatenaustausch und gegebenenfalls Aktualisierung der Gesundheitskarte sind bereits seit dem Start des Online-Rollouts über die Telematikinfrastruktur gelaufen, hat die "Ärzte Zeitung" auf Anfrage bei der gematik erfahren.

Allein im Juli – der wegen des Quartalswechsels ein starker Monat für Steckvorgänge ist, weil alle GKV-Versicherten ihre Karten vorlegen müssen – seien aus den zu diesem Zeitpunkt etwa angeschlossenen 25.000 Praxen insgesamt 14.259.077 Anfragen für den Stammdatenabgleich an die Fachdienste via Kartenleser, Konnektor, VPN-Zugangsdienst und Telematikinfrastruktur gestellt worden, heißt es.

In den anderen Monaten des Quartals ist es bislang noch weniger gewesen, weil noch keine medizinischen Daten über die Datenautobahn ausgetauscht werden. Das soll sich allerdings schon bald ändern: Die Tests für die ersten medizinischen Anwendungen sind derzeit in Vorbereitung. Getestet werden sollen das Notfalldatenmanagement (NFDM) und der elektronische Medikationsplan (eMP) als erste Stufe der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).

Dann wird sich auch zeigen, wie gut die Patienten die Herausforderung bewältigen werden, für die neuen Anwendungen ihre sechsstellige PIN einzugeben. Denn genau das ist vorgesehen, um einen effektiven Schutz der Medikationsdaten auf der eGK zu gewährleisten. Die Hersteller, die im Verlauf des Herbstes in die Tests gehen werden, haben Sorge, dass sich genau durch diesen bislang ungeübten Vorgang – Patient muss eine PIN für die Gesundheitskarte eingeben – größere Verzögerungen ergeben könnten, die nötige Zahl der erfolgreich absolvierten Vorgänge nachweisen zu können. (ger)

Die Berichterstattung erfolgte mit freundlicher Unterstützung der CompuGroup Medical (CGM).
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