Ärzte Zeitung online, 24.09.2018

BMG-Staatssekretär

Telemedizin bitte gesondert vergüten!

Lutz Stroppe ruft Selbstverwaltung auf, selbst tätig zu werden – sonst mache dies der Gesetzgeber.

LEIPZIG. BMG-Gesundheitsstaatssekretär Lutz Stroppe hat KVen und Krankenkassen aufgefordert, Leistungen der Telemedizin gesondert zu vergüten. "Meine Bitte an die Selbstverwaltung ist, dass telemedizinische Behandlungen abrechenbar und bezahlbar werden", sagte Stroppe beim sächsischen Tag der Telemedizin in Leipzig.

"Wenn dies der Selbstverwaltung nicht gelingt, werden wir gesetzgeberisch tätig werden." Außerdem kündigte er an, dass "wir festlegen werden, dass bis 2021 jedem Patienten eine elektronische Patientenakte zur Verfügung gestellt wird".

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte, eine wesentliche Voraussetzung für die Telemedizin seien leistungsfähige Breitbandverbindungen. "Wir sind nicht ganz vorn beim Glasfaserausbau in Sachsen", so Kretschmer. "In Leipzig selbst sind die Verbindungen gut, aber wenn sie mit dem Auto ein paar Minuten hinaus aufs Land fahren, wird es schon schlecht." Er sagte zu, Sachsen werde in den nächsten Jahren eine Milliarde Euro in den Breitbandausbau investieren.

Rainer Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK Plus, resümierte, seine Kasse habe in der Vergangenheit "viel zu oft" die Perspektive der Patienten "aussortiert, wenn sie im Mittelpunkt stehen sollte. Daraus haben wir gelernt".

Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) betonte, ihr sei es wichtig, "dass Patienten als Adressaten der Telemedizin gut in die Entwicklungen einbezogen" würden. "Damit Telemedizin den Bürgern einen echten Nutzen bringt, brauchen wir auch die Akzeptanz bei Ärzten und Patienten." Beim Tag der Telemedizin haben rund 400 Teilnehmer aus Gesundheitswirtschaft, Politik und Wissenschaft über den Stand der Telemedizin in Sachsen diskutiert. (sve)

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