Ärzte Zeitung online, 29.11.2018

Studie der Bertelsmann Stiftung

Analoger statt digitalem Frust

Ein Kommentar von Matthias Wallenfels

231a0204_7885023-P.jpg

Schreiben Sie dem Autor matthias.wallenfels@springer.com

Es ist erstaunlich, wie lange sich die Deutschen die Laune in puncto Digitalisierung nicht vermiesen lassen. Zwar wird von Seiten der Bundesregierung alles getan, um die Zukunftsthemen Digitalisierung im allgemeinen sowie Künstliche Intelligenz (KI) im speziellen voranzutreiben – für beide Felder gibt es verabschiedete Strategien. Auch wird der Digital-Gipfel nächste Woche in Nürnberg wieder für große mediale Aufmerksamkeit sorgen.

Die Kehrseite der Medaille: Der proklamierte digitale Fortschritt kommt bei den meisten Deutschen gar nicht in vollem Umfang an. Dies moniert die Bertelsmann Stiftung in einer aktuellen Untersuchung zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. Platz 16 von 17 belegt Deutschland dabei. Sollen wir laut Regierung nicht KI-Leuchtturm der Welt werden?

Die Studie zeigt das Dilemma der Wahrnehmungsebenen. Auf der politischen und wirtschaftlichen – und damit der Makroebene – liegen Kennzahlen vor, die Deutschlands digitale und KI-Vorreiterrolle stützen. Der einzelne Patient – und damit die Mikroebene – erfährt vom Segen elektronischer Patientenakten und telemedizinischer Lösungen meist aus Sonntagsreden, nicht in seiner konkreten Versorgungssituation. Das sorgt für analogen Frust.

Lesen Sie dazu auch:
Digitalisierung: Deutschland schwächelt bei E-Health

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mobbingopfer greifen öfter zu Schmerzmitteln

Werden Jugendliche von Mitschülern schikaniert, leiden sie offenbar gehäuft unter Schmerzen und benutzen mehr Analgetika, so eine Untersuchung. mehr »

Spahn setzt bei Darmkrebsvorsorge auch aufs Digitale

Eine Erinnerung, die sich automatisch auf dem Smartphone öffnet und den Nutzer ans Impfen oder die Darmkrebsvorsorge erinnert? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kann sich das gut vorstellen. mehr »

Sieben Faktoren für ein gesundes Herz schützen auch vor Demenz

Wer sich mit 50 Jahren an die Vorgaben des Scores „Life’s Simple 7“ gehalten hat, der kann die Hirnalterung bis um fünf Jahre verzögern. mehr »