Ärzte Zeitung online, 06.12.2018

Digitalwirtschaft

Regierung soll bei Digitalisierung „Gang zulegen“

Dass Digital-Deutschland „hinterherhinkt“, pfeifen die Spatzen von den Dächern. Aus der Industrie werden Forderungen nach mehr Regierungs-Engagement laut.

NÜRNBERG. Anlässlich des „Digital Gipfels“ der Bundesregierung in Nürnberg rufen Industrieverbände nach größerer staatlicher Anstrengung zur Förderung der Digitalwirtschaft. So fordert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), „dass die Bundesregierung bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens einen Gang zulegt“.

Hier bleibe noch immer zuviel Potenzial für eine bessere Versorgung liegen, lässt BDI-Geschäftsführerin Iris Plöger verlauten. Damit die industrielle Gesundheitswirtschaft KI-Anwendungen voranbringen kann, würden dringend „bundeseinheitliche Regelungen für die Nutzung von Gesundheitsdaten“ benötigt. Plöger: „Hier muss die Bundesregierung endlich ihrer Verantwortung nachkommen“. Zudem müsse Berlin die Entwicklung elektronischer Patientenakten „entscheidend vorantreiben“ und daran auch privatwirtschaftliche Anbieter teilhaben lassen.

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) bemängelt insbesondere die schwache Förderung zur Entwicklung von KI-Infrastruktur. Die von der Bundesregierung hierfür bis 2025 budgetierten drei Milliarden Euro reichten „bei Weitem nicht aus“, so VDI-Direktor Ralph Appel. „Eher die dreifache Summe ist aus meiner Sicht notwendig, um beim künftigen KI-Markt vorne mitzuspielen.“ Zudem ruft der Verband nach schnellerem Ausbau des Glasfasernetzes und angesichts des Fachkräftemangels attraktiveren Zuwanderungsanreizen für ausländische IT-Spezialisten. (cw)

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