Ärzte Zeitung, 29.04.2008

Auch der Mutterpass wird elektronisch

Pilotprojekt mit Ärzten, Krankenhäusern, Apothekern und Softwareherstellern im Rhein-Neckar-Gebiet

HEIDELBERG (mm/eb). Niedergelassene Frauenärzte im Rhein-Neckar-Kreis erproben jetzt gemeinsam mit der Universitäts-Frauenklinik und zwei anderen Krankenhäusern der Region den Einsatz eines elektronischen Mutterpasses.

Im Pilotprojekt wird der herkömmliche Mutterpass in Papierform durch einen elektronischen Mutterpass (eMP) in der persönlichen Gesundheitsakte LifeSensor des Walldorfer eHealth-Spezialisten InterComponentWare AG ergänzt. Ärzte, Apotheker und Software-Hersteller im Rhein-Neckar-Raum testen derzeit den Einsatz einer neuen Gesundheitskarte in Verbindung mit der persönlichen Gesundheitsakte (wir berichteten).

Der Test für Karte und Akte wird dabei von der Gesundheitsinitiative Rhein-Neckar getragen, die von privaten Investoren in der Region ins Leben gerufen worden ist. Die elektronische Akte mit Namen LifeSensor, in der medizinische Informationen aller Art gespeichert werden, soll den Informationsaustausch zwischen Haus- und Fachärzten sowie Apothekern und Klinikern erleichtern.

An dem neuen auf zwölf bis 15 Monate angelegten Projekt sollen nun rund 200 Schwangere teilnehmen, 55 beteiligen sich bereits. Während der Probephase müssen die teilnehmenden Patientinnen nichts bezahlen.

Zugriff auf die Daten erfordert die Zustimmung der Patientin

Der elektronische Mutterpass soll die Schwangerenvorsorge moderner gestalten und gleichzeitig dazu beitragen, Risiken und Komplikationen zu reduzieren. Darüber hinaus soll er die Sektoren übergreifende Zusammenarbeit von Ärzten und Kliniken stärken. Arztbesuche und Befunde werden digital dokumentiert, auch Termine werden in der Akte verwaltet.

"Der elektronische Mutterpass wird negative Folgen von Risiken für Mutter und Kind senken helfen", so Professor Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Das Pilotprojekt sei ein entscheidender Schritt hin zu einer medizinisch optimalen, schwangerenzentrierten Geburtshilfe. Der Zugriff von Ärzten und anderen auf die Gesundheitsdaten ist nur mit Zustimmung der Schwangeren möglich. Das Pilotprojekt wird von einer Evaluation begleitet, die von der FB+E GmbH durchgeführt wird.

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