Ärzte Zeitung, 23.05.2008
 

E-Rezept: perfekte Basis für Beratung

Ärzte, Apotheker und Patienten sollen von größerer Sicherheit durch neue Gesundheitskarte profitieren

MÜNCHEN (ger). Die neue Gesundheitskarte wird den Schutz der Patienten vor unerwünschten Arzneimittelwirkungen verstärken. Zusätzlich wird das E-Rezept dazu beitragen, die Kosten bei der Erfassung von Rezepten deutlich zu reduzieren.

 e-rezept: perfekte basis für beratung

Handhabbare Datensicherheit für Ärzte: Per Komfort-Signatur lässt sich ein E-Rezept auch ohne wiederholte PIN-Eingabe digital unterschreiben.

Foto: sbra

Dadurch, dass es beim elektronischen Rezept nicht mehr zu Medienbrüchen kommen muss - wie bisher aus dem Praxisrechner auf das Formular, in der Apotheke wieder in den Rechner - werden zum einen Übertragungsfehler vermieden, zum anderen wird der Erfassungsaufwand drastisch reduziert. Das hat Klaus Gritschneder vom Apotheken-Versandhändler Europa Apotheek Venlo beim Euroforum-Kongress Update Gesundheitskarte in München gesagt. "Dieses eingesparte Geld kann man dann dem Gesundheitssystem zurück geben", sagte Gritschneder.

Bei der Handhabung des E-Rezepts sei der Datenschutz wichtig, so Gritschneder weiter, aber nicht um jeden Preis: "Das muss aber auch für die 80-jährige Oma bedienbar bleiben". Wenn die Bedienung zu kompliziert werde, "geht die Akzeptanz bei den Patienten verloren".

Die Akzeptanz sei um so wichtiger, weil durch die E-Medikation über die Karte für verordnende Ärzte und Apotheker auch ein elektronischer Zugriff auf die Diagnosen des Patienten und auf andere eingenommene Präparate mit einem Vorlauf von bis zu sechs Monaten möglich werde. "Das bringt einen dramatischen Fortschritt für die Patientensicherheit", sagte Gritschneder in München weiter. Die Information über die Diagnosen und schon länger eingenommene Präparate sei die "perfekte Basis für eine gute Beratung in der Apotheke", jedenfalls besser, als es bisher möglich war.

Beratung könne in diesem Zusammenhang durchaus auch eine Versandapotheke leisten, sagte Gritschneder. Wenn der Patient zustimme, könne auch aus der Ferne auf die Daten auf der Karte zugegriffen werden. Ergäben sich durch die Analyse aller eingenommenen Präparate und aller Diagnosen Interaktionen oder Kontraindikationen, dann werde durch die Versandapotheke per Telefon der Kontakt zum Patienten oder auch zum Arzt gesucht.

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