Ärzte Zeitung, 15.12.2008

Kommentar

Verzögerung programmiert

Von Rebekka Höhl

Seit drei Jahren soll sie jetzt kommen, die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Ursprünglich für das Jahr 2006 geplant, musste die Betreibergesellschaft gematik immer wieder in den sauren Apfel beißen und die Verzögerung des größten IT-Projekts in Deutschland bekannt geben.

Denn als die Politik mit der Gesundheitsreform 2004 die Einführung der eGK bis spätestens 2006 per Gesetz festschrieb, hatte sie wohl nicht bedacht, wie umfangreich dieses Projekt werden würde. Erst 2007 konnten die Feldtests in den Regionen starten, offline versteht sich. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Trotzdem sollte die flächendeckende Ausgabe der Karte 2008 starten.

Indirekt tut sie das auch. In Nordrhein hat jetzt die erste Praxis außerhalb der Tests den benötigten Kartenleser installiert. Aber kann das schon der große Start der eGK sein? Wohl eher nicht.

Denn gerade hat sich auch die gematik wieder gemeldet. Mit einer glasklaren Aussage: Die Gesundheitskarte ist und bleibt noch für längere Zeit eine große Baustelle. Vor 2012 ist nicht mit weiteren Funktionen zu rechnen. Aber immerhin, der Basis-Rollout ist gerettet, denn dafür braucht es ja nur eine Funktion, das Auslesen der Versichertendaten. Keine beeindruckende Bilanz!

Lesen Sie dazu auch:
Bei der E-Card gibt's noch viel zu tun - die Gematik zieht Zwischenbilanz
Versichertenstammdaten einlesen: Steigende Nutzerfrequenz
Allgemeines Kartenhandling: Es knirscht noch
Elektronische Notfalldaten: 20 Minuten je Datensatz
eGK und Initialisierung der PIN: Schwachstelle: Passbild
Elektronisches Rezept: Umständliche Unterschrift
Prozessgeschwindigkeit: Wann kommt der Turbo?

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