Ärzte Zeitung, 20.04.2010

Kommentar

Eine überfällige Entscheidung

Von Philipp Grätzel von Grätz

Die Spitzenverbände der Selbstverwaltung haben sich zumindest in Ansätzen auf einen neuen Rahmen für die elektronische Gesundheitskarte geeinigt. Das Konzept, wonach Ärzte und Krankenkassen sehr viel stärker als bisher für die jeweils eigenen Anwendungen verantwortlich zeichnen, geht in die richtige Richtung.

In den vergangenen Jahren wurde in der Gesellschafterversammlung der gematik oft verantwortungslos Klientelpolitik betrieben. Das wird jetzt schwieriger. Unmöglich wird es aber nicht, und der Beschluss, einen Schlichter einzuführen, trägt diesem Umstand Rechnung. Viel wird jetzt davon abhängen, welche Befugnisse der Schlichter am Ende tatsächlich bekommt. Er muss im Zweifel entscheiden dürfen, sonst macht es keinen Sinn.

Im europäischen Vergleich hat Deutschland seine Vorreiterrolle in der Gesundheits-IT mittlerweile eingebüßt. Schweden, Norwegen, Dänemark, Spanien, selbst Teile von Italien sind Deutschland in Sachen elektronischer Vernetzung des Gesundheitswesens mittlerweile um Meilen voraus. Das ist nicht nur für die Volkswirtschaft schlecht, sondern auch für die Patienten.

Auch deswegen ist die Einigung auf neue Entscheidungswege in Sachen eGK so wichtig.

Lesen Sie dazu auch:
Einigung auf neue Organisation zur E-Card
conhIT 2010: Mehr Aussteller und Kooperation mit dem Chirurgenkongress

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