Ärzte Zeitung, 30.03.2011

gematik winkt E-Card-Anwendungen durch

Der genaue Ablauf der Testphase für künftige Anwendungen der Gesundheitskarte ist noch unklar

BERLIN (gvg). Die Gesellschafterversammlung der gematik hat die Konzepte für die E-Notfalldaten, das Versichertenstammdatenupdate, die Fallakte und E-Arztbrief einstimmig abgesegnet. Unstimmigkeit gibt es nur noch in wenigen Punkten.

gematik winkt E-Card-Anwendungen durch

Es geht voran mit der E-Card: Die Gesellschafter der gematik haben die Konzepte für die einzelnen Anwendungen abgesegnet.

© imagebroker / imago

Die durchgewunkenen Anwendungen werden parallel zu dem in diesem Jahr anstehenden Rollout von Karten und Lesegeräten entwickelt und sollen dann in Feldtests auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden. Der genaue Ablauf der Testphase für diese E-Card-Anwendungen ist jedoch noch unklar.

Dass die Konzepte in der von der Selbstverwaltung getragenen Gesellschafterversammlung der gematik einstimmig durchgewunken wurden, gilt als wichtiger Zwischenschritt. Allerdings wird offenbar trotz aller Einigkeit in drei Punkten der Schlichter, Ex-Staatssekretär Klaus-Theo Schröder, angerufen.

Ein Punkt betrifft die gemeinsame Finanzierung eines von Ärzteseite geforderten Rechtsgutachtens zu den E-Notfalldaten sowie die Finanzierung der Evaluierung dieses Datensatzes.

Punkt 2 betrifft das Versichertenstammdatenupdate der Kassen. Hier soll die Zugehörigkeit zu Selektivverträgen auf der Gesundheitskarte dokumentiert werden. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen wollen die Kassen dazu einen eigenen Datendienst einrichten.

Die Ärzteseite würde dem Vernehmen nach die Vertragsnummern lieber direkt auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) speichern, weil sie die Einführung einer verpflichtenden Online-Anbindung der Arztpraxen durch die Hintertür befürchtet.

Strittig ist drittens die Organisation der Testphase für die jetzt abgesegneten Anwendungen. Speziell über die Rolle und die Finanzierung der formal noch aktiven sieben Testregionen aus der ersten E-Card-Ära gibt es Abstimmungsbedarf.

Eine offizielle Stellungnahme der gematik zu den genannten Punkten war bisher nicht zu bekommen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Neues Konzept für den E-Notfalldatensatz steht

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
E-Card - Jedem das Seine

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vom Chefarzt zum Hausarzt-Assistenten

Selten dürfte es sein, wenn nicht einmalig: Dr. Roger Kuhn hat seinen Chefarztposten im Krankenhaus aufgegeben, um in einer Hausarztpraxis zu arbeiten – als Assistent. mehr »

Keine Notdienstpflicht für ermächtigte Krankenhausärzte

Muss ein ermächtigter Klinikarzt auch KV-Notdienst leisten? Nein, hat das Bundessozialgericht jetzt entschieden. mehr »

Wenn die Depressions-App zweimal klingelt

Smartphone-Apps könnten helfen, eine beginnende Depression oder ein hohes Suizidrisiko aufzuspüren. Lernfähige Algorithmen könnten ein verändertes Nutzerverhalten erkennen – und notfalls Alarm schlagen. mehr »