Ärzte Zeitung online, 04.08.2011

E-Card: Bitkom sieht wachsende Akzeptanz

BERLIN (dpa). Die elektronische Gesundheitskarte stößt in der Bevölkerung laut einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom auf wachsende Akzeptanz.

Die Vorteile würden von immer mehr Menschen erkannt, erklärte der Branchenverband am Donnerstag in Berlin. Demnach begrüßen inzwischen rund 70 Prozent aller Bundesbürger die Einführung der Karte. Bei der letzten Erhebung 2009 seien es erst 59 Prozent gewesen.

"Die Bürger sehen die Vorteile der elektronischen Gesundheitskarte offenbar sehr deutlich", sagte Dieter Kempf, neuer Präsident des Verbands.

Und je jünger die Menschen, umso größer sei der Zuspruch. Während sich mehr als vier Fünftel der unter 30-Jährigen die Karte wünscht, gebe es unter den Bürgern ab 65 Jahren immerhin eine Mehrheit von 55 Prozent.

Jeder zehnte Bundesbürger soll bis Ende des Jahres mit einer elektronischen Gesundheitskarte ausgestattet werden. Ursprünglich sollte die Karte schon 2006 die bisherige Versichertenkarte ablösen.

Technische und logistische Probleme sowie teils Datenschutzbedenken hatten das Projekt immer wieder verzögert.

Zum Start wird die Karte lediglich Bild und Stammdaten des Patienten enthalten. Erst später sollen Daten wie Krankheitsverlauf, Behandlung und Medikamentenvergabe hinzu kommen.

Die Idee der elektronischen Gesundheitskarte sei im Sommer 2001 angesichts des damaligen Lipobay-Skandals entstanden, teilte Bitkom mit.

Damals musste das Cholesterin senkende Medikament nach mehreren Todesfällen vom Markt genommen werden. Ein großes Problem sei damals gewesen, dass die Medikamentenvergabe der betroffenen Patienten nicht dokumentiert war.

Eine elektronische Gesundheitskarte mit den wichtigsten Patientendaten sollte diese Informationslücke schließen.

Und seit 2001 steigt die Zahl neu zugelassener Medikamente deutlich. Jährlich würden nach Informationen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rund 2500 Präparate für den deutschen Markt zugelassen.

Für die repräsentative Umfrage wertete Bitkom die Ergebnisse des Meinungsforschungsinstituts Aris aus, die rund 1000 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren befragten.

[05.08.2011, 10:44:19]
Dr. Gunter Pollanz 
Umfrage betrefffend eGK
Der Branchenverband BITKOM war sein Anbeginn des eGK Projektes ein Träger von gezielten Falschinformationen. Die eGK war niemals in der Lage Patientendaten auf ihren 64KB zu speichern (ein PDF hat mehr KB als die ganze Karte leistet)geschweige die an den Bürger gerichtete gezielte Falschaussage erfüllen 'Erst später sollen Daten wie Krankheitsverlauf, Behandlung und Medikamentenvergabe hinzu kommen'.
Wir empfehlen BITKOM und den diversen Umfrageinstituten die Fragen inhaltlich korrekt zu stellen. So würde die Frage 'Begrüßten Sie, dass sie mit einer elektronischen Gesundheitskarte all Ihrer Patientendaten sofort zur Verfügung haben?'sicherlich, wie berichtet, von 70% der Bevölkerung begrüßt werden. Doch erwrten Sie, daß dieselbe angesprochene Gruppe diese 70 % wiederholt, wenn die Zusatzfrage lauten würde: 'Die eGK kann jedoch Ihre EPA - Elektronische Patientenakte wegen zu geringer Speichzerkapazität und zu langsamer Operating Geschwindigkeit (über das Kartenlesegeräte ist maximal 64KB/sec möglich) nicht speichern. Daher müssen all Ihre Daten und Dokumente und Radiologie vom Arzt weg auf neue Grossspeicher geladen werden. Wer diese betreibt ist noch nicht geklärt. Und ob die sicherer sind als Sony, der deutsche Zoll oder bei der Telekom, die alle Dateneinbrüche nicht verhindern konnten, können wir nicht garantieren! Würden Sie unter diesen Voraussetzungen Ihre Daten vom Arzt abziehzen und in der Folge auf solche Server senden? '
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[05.08.2011, 08:11:37]
Dr. Karlheinz Bayer 
die glatte Lüge vom Lipobay als Gründungsidee
Es ist ein nachprüfbarer Umstand, daß die IT-Industrie auf dem G7-Gipfel von Genua die E-Card gefordert hat. Keineswegs wegen des Lipobay-Skandals. Vielmehr, um der IT-Industrie endlich wieder ein neues Gewinnfeld zuzuspielen. Genauso bekannt ist, daß in Deutschland nicht das Gesundheitsmoinisterium, sondern das Innenministerium unter der Regie von Otto Schily und angesichts der Anschläge auf das World-Trade-Centre die "Federführung" übernommen hat. Seitdem hat es Proteste aus allen Ecken und Enden gehagelt und alle Ärztetage in Folge haben die Karte abgelehnt, was keinen davon abhält gebetsmühlenhaft von steigender Akzeptanz zu sprechen. Die Karte selbst ist so viel Plastik und Inhalt wie die derzeitige. Die Mißbrauchsmöglichkeiten und Geschäfte um die Karte herum machen sie ablehnungswürdig.
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