Ärzte Zeitung, 13.05.2013
 

gematik

VV Nordrhein fordert KBV-Rückzug

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Die Vertreter der nordrheinischen Vertragsärzte sind sich einig: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) soll die gematik verlassen.

DÜSSELDORF. Die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) aufgefordert, aus der gematik auszuscheiden.

Damit sollte die KBV nach Einschätzung der nordrheinischen Delegierten die Konsequenz daraus ziehen, dass die Interessen der niedergelassenen Ärzte in der Betriebsgesellschaft für die Telematik-Infrastruktur der Gesundheitskarte nicht ausreichend berücksichtigt werden.

"Es ist erkennbar, dass die ärztliche Beschlusslage in diesem Gremium nicht mehr durchzusetzen ist", sagte Wieland Dietrich.

Der Präsident der Freien Ärzteschaft hatte gemeinsam mit Kollegen einen entsprechenden Antrag in die VV eingebracht. Ihn nahmen die Delegierten mit großer Mehrheit bei nur einigen Enthaltungen an.

Die Antragsteller verwiesen darauf, dass sich die KBV im März in der gematik mit zwei wichtigen Anliegen nicht durchsetzen konnte: der Verpflichtung der Krankenkassen, in ihren Zweigstellen Patiententerminals für die Aktualisierung und Prüfung der Stammdaten aufzustellen, und der Freiwilligkeit für Ärzte, Psychotherapeuten und Zahnärzte, am Online-Versichertenstammdatenmanagement teilzunehmen.

KBV-Chef Dr. Andreas Köhler habe als Konsequenz daraus gerade erst mit den Vorständen der KVen darüber diskutiert, ob die KBV die gematik verlassen solle, berichtete KVNo-Vorstand Bernhard Brautmeier. Fakt sei: "Die gematik wird von den Kassen dominiert", sagte Brautmeier.

Köhler habe dennoch davor gewarnt, bei einem Ausscheiden jegliche Chance zur Einflussnahme zu verlieren. Zudem habe das Bundesgesundheitsministerium der KBV damit gedroht, sie nötigenfalls per Gesetz zur Mitarbeit in der gematik zu zwingen.

Das könne man getrost auf sich zukommen lassen, betonte der Kinderarzt Dr. Thomas Fischbach. Auch der Arbeitskreis der Ehrenamtler in der KBV sei für die Beendigung der Mitarbeit in der gematik, sagt er.

"Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Sinn hat, wenn wir da weiter drin sind." (iss)

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