Ärzte Zeitung, 28.07.2014
 

Kommentar zur E-Card

Nur Verzögerungen?

Von Hauke Gerlof

Diese Geschichte hat wirklich das Zeug dazu, eine unendliche Geschichte zu werden: Der Rollout der elektronischen Gesundheitskarte ist zwar mittlerweile fast abgeschlossen, aber noch immer kann die neue Karte nicht mehr als die alte Krankenversichertenkarte.

Und nun sollen sich die Feldtests für die ersten Online-Awendungen nochmals um einige Monate verzögern. Der Ärger der Ärzte ist verständlich, dass die Funktionalitäten auf der Karte, die den Kassen Verwaltungsarbeit abnehmen, zunächst getestet werden, für Anwendungen mit medizinischem Mehrwert - Arztbriefe und Arzneitherapiesicherheit - aber immer noch Schnittstellen in der Praxis-EDV fehlen.

Dass die Softwarehersteller wiederum nicht auf gut Glück Schnittstellen vorbereiten, ist aber auch verständlich. Programmierkapazitäten können erst vorgehalten werden, wenn wirklich sicher ist, dass die Software benötigt wird - und das war bei der E-Card zu oft nicht der Fall.

Die Verzögerung um weitere sechs Monate muss also nicht bedeuten, dass das Projekt auf der Zielgeraden noch gestoppt wird. Die Nagelprobe hierfür ist eine andere: Wenn die Antwortzeiten bei den Online-Anwendungen nicht so kurz sein sollten, wie von der gematik angekündigt, dann ist das E-Card-Projekt wohl endgültig tot.

Lesen Sie dazu auch:
Zeitplan für 2015: E-Card kommt trotz Verzugs voran

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