Ärzte Zeitung online, 21.07.2017

E-Health

Multitalent elektronischer Arztausweis

Der E-Arztausweis kommt nur langsam in den Praxen an. Wohl auch, weil kaum bekannt ist, wofür der Ausweis nutzbar ist.

NEU-ISENBURG.Von den bundesweit 378.600 berufstätigen Ärzten haben bislang nicht einmal 6000 einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) in der Tasche. So das Ergebnis einer Umfrage der "Ärzte Zeitung" unter Ärztekammern (wir berichteten). Letztere sind für die Ausgabe des eHBA zuständig.

Das Problem am mangelnden Interesse der Ärzte an dem E-Ausweis, der zum einen die Zutrittskarte der Ärzte zur Telematikinfrastruktur ist, ihnen zum anderen aber auch ermöglicht, Dokumente rechtssicher elektronisch zu signieren, ist, dass viele noch keinen erkennbaren Nutzen in ihm sehen. Schließlich kostet sie der Ausweis 7,90 Euro pro Monat.

Doch neben der Abrechnung der nicht gerade üppig gestalteten EBM-Ziffern (GOP 86900 mit 28 Cent für den Sender und GOP 86901 mit 27 Cent für den Empfänger) für den Versand elektronischer Arztbriefe – die ja eine E- Signatur benötigen –, gibt es weitere Anwendungen, bei denen der eHBA durchaus Vorteile bringt:

- Rechtssichere Langzeitarchivierung: Digitale Dokumente nehmen weniger Platz weg und lassen sich schneller wiederfinden. Für eine rechtssichere Archivierung – also eine dauerhafte elektronische Dokumentation, die etwa auch bei Streitigkeiten vor Gericht als lückenlos gilt, ist die elektronische Signatur unumgänglich.

- Sichere digitale Kommunikation:Der eHBA wird wie ein Ausweisdokument gehandhabt, da sich sein Inhaber eindeutig bei der Ärztekammer identifizieren muss. Damit ist er für die signierte und verschlüsselte Kommunikation mit Kammern, Behörden, KV und dem ärztlichen Versorgungswerk geeignet.

- Authentifizierung: Über den elektronischen Arztausweis erhalten Ärzte Zugriff auf gesicherte Web-Portale wie die Online-Fortbildungskonten der KVen, oder auf E-Health-Portale – etwa zum Austausch von Labordaten.

- KV-Abrechnung: Auch elektronisch übermittelte Abrechnungsdaten müssen in der Regel signiert werden. (reh)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »