Ärzte Zeitung online, 25.10.2017
 

IT-Terminals in Praxen

Die Idee ist nicht vom Tisch

DORTMUND. Die Bundesregierung hält offenbar an dem Plan fest, in allen Arztpraxen Terminals aufstellen zu lassen, über die Patienten Zugang zu ihrer Patientenakte erhalten sollen. Die gematik hatte kürzlich beschlossen, dass sie bei den Patientenakten nicht mehr auf das Zwei-Schlüssel-Prinzip setzen will, Patienten also auch ohne Arzt ihre Gesundheitsdaten freischalten können.

Hintergrund ist die europäische Datenschutzgrundverordnung, die im Mai 2018 verabschiedet werden soll. Das Gesundheitsministerium habe der gematik jetzt mitgeteilt, dass der Beschluss zu den Terminals möglicherweise beanstandet wird, berichtete Martin Litsch, Chef des AOK-Bundesverbands auf dem "2. Interoperabilitätstag" in Dortmund.

"Offensichtlich will man auch nach Verabschiedung der EU-Datenschutzgrundverordnung den Plan beibehalten, in den Arztpraxen Terminals aufstellen zu lassen", sagte Litsch. Verständnis hat er dafür nicht. (iss)

Topics
Schlagworte
Gesundheitskarte (1367)
Praxis-EDV (3919)
Organisationen
AOK (7211)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »