Ärzte Zeitung online, 06.11.2017
 

Telematikinfrastruktur

Harsche Kritik an gematik

KÖLN. Für die Einführung der medizinischen Anwendungen der Telematikinfrastruktur reicht es nicht aus, dass die technischen Voraussetzungen stimmen. Es muss auch gewährleistet sein, dass die Anwendungen den praktischen Anforderungen aus dem Versorgungsalltag und den Bedürfnissen der Patienten entsprechen. Das stellt der Ärztliche Beirat zur Begleitung des Aufbaus einer Telematik-Infrastruktur für das Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen klar.

Der Beirat kritisiert die Entscheidung der Betreibergesellschaft gematik, dass der Nachweis der Funktionsfähigkeit von Konnektoren durch die Hersteller für die Zulassung reicht. "Mit dem Beschluss der gematik wird ein Marktmodell eingeführt, das nur noch auf die technische Funktionsfähigkeit setzt und nicht mehr darauf achtet, ob die Instrumente in der medizinischen Anwendung nutzen oder im schlimmsten Fall dem Patienten sogar schaden", erläutern die Vorsitzenden Dr. Christiane Groß und Dr. Hans-Jürgen Bickmann in einer gemeinsamen Mitteilung.

Sie bezeichnen die Bewertung der einzelnen Anwendungen in Bezug auf Qualität, Nutzen und Nutzbarkeit im Versorgungsalltag für unabdingbar. Die Patientensicherheit dürfe auf keinen Fall gefährdet werden. "Ärzteschaft sowie Patientinnen und Patienten dürfen nicht Nutzer von unzureichend erprobten Anwendungen der Telematik sein", so Groß und Bickmann. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

FDP-Chef gibt den "Bastafari" – Steinmeier gegen Neuwahlen

Die FDP ist aus den Jamaika-Gesprächen ausgestiegen. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier erteilt schnellen Neuwahlen eine Absage. KBV-Chef Gassen fordert Tempo. mehr »

Mit Kohlenhydrat-Tagen die Insulinresistenz durchbrechen

Typ-2-Diabetiker mit schwerer Insulinresistenz können vom Prinzip einer hundert Jahre alten Haferkur profitieren. Erfahrungsgemäß sprechen 70 Prozent der Betroffenen darauf an. mehr »

Kliniken in Nordrhein sind Vorreiter beim E-Arztbrief

Der Klinikbetreiber Caritas Trägergesellschaft West zählt zu den Vorreitern des elektronischen Arztbriefes über KV-Connect. Viele Niedergelassene sind bereits angeschlossen. mehr »