Ärzte Zeitung online, 02.02.2018

Telematikinfrastruktur

KV Nordrhein geht in die Offensive

Der kostenfreie Zugang zum KV Safenet über den für die Anbindung an die TI notwendigen Konnektor soll mehr Ärzte für die Datenautobahn begeistern, hofft die KV Nordrhein.

KÖLN. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) und die CompuGroup Medical (CGM) wollen mehr nordrheinische Ärzte dazu motivieren, sich an die Telematikinfrastruktur (TI) anzuschließen. Helfen soll die finanzielle Förderung von digitalen Anwendungen wie dem elektronischen Arztbrief und der 1-Click-Abrechnung bis Ende 2018.

Trotz der finanziellen Förderung für den Anschluss der Praxen an die TI sind die meisten Ärzte noch sehr zurückhaltend. Das liegt vor allem daran, dass sie den Nutzen eines solchen Schrittes nicht erkennen können – schließlich ist der Versichertenstammdatenabgleich die bislang einzige Anwendung.

"Deshalb liegt uns sehr daran, einen zusätzlichen Nutzen für die Praxen zu schaffen", sagt der KVNo-Vorsitzende Dr. Frank Bergmann.

Kern des Projekts "eHealth für Nordrhein": Über den für die Anbindung an die TI notwendigen Konnektor erhalten die Praxen kostenfreien Zugang zum KV Safenet. "Damit sind die Voraussetzungen für den sicheren Empfang und Versand von E-Arztbriefen und der 1-Click Abrechnung geschaffen", erläutert CGM-Vorstand Uwe Eibich.

Bis zum 31. Dezember stellt CGM Nutzern ihrer Systeme Medistar, Turbomed, Albis und M1 Pro das Modul zum Empfang digitaler Arztbriefe kostenfrei zur Verfügung. Zudem fallen für die Übertragung der 1-Click-Abrechnungen keine Kosten an. Darüber hinaus bietet das Unternehmen den Ärzten Vergünstigungen bei der Versendung von elektronischen Arztbriefen sowie für die KV-Connect-Anwendungen elektronisches DMP und elektronische Dokumentation zum Hautkrebs-Screening.

"Es handelt sich um sichere und erprobte Anwendungen", sagt Gilbert Mohr, Leiter der Stabsstelle Telematik der KVNo. Solche Mehrwert-Anwendungen können die Aufgeschlossenheit gegenüber der TI erhöhen, hofft er. Wenn die Ärzte das Angebot wahrnehmen, können sie nach seinen Angaben im Schnitt 30 Euro pro Monat sparen.

"Wir haben eine Lösung gefunden, die für alle Beteiligten von Vorteil ist", findet Mohr. Die Idee und das Konzept stammten von der KVNo. Sie hat bereits Kontakt mit anderen Softwarehäusern aufgenommen, die dem Beispiel von CGM folgen sollen. "Auch andere KVen sind interessiert", berichtet er.

Der KVNo-Experte verweist auf einen Nebeneffekt von "eHealth für Nordrhein": Je mehr Ärzte sich früh für die Anbindung an die TI entscheiden, desto geringer wird das Risiko von Kapazitätsengpässen bei der Installation der notwendigen Komponenten am Ende des Jahres.

Denn dann läuft die Frist für den Anschluss der Praxen ab, danach drohen Sanktionen. (iss)

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