Ärzte Zeitung, 20.05.2008

Europaweite Vernetzung von Gesundheitsdiensten geplant

Projekt der Europäischen Kommission beginnt im Sommer

BRÜSSEL (spe). Noch in diesem Sommer soll ein Projekt zur grenzüberschreitenden Vernetzung von elektronischen Gesundheitsdiensten (E-Health) starten. Das kündigte der Leiter der Abteilung für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Bereich Gesundheit bei der Europäischen Kommission, Dr. Gérard Comyn, auf einer EU-weiten E-Health-Konferenz im slowenischen Portoroz an.

An dem kurz S.O.S. (Smart open Services) genannten Vorhaben der Europäischen Kommission sind zwölf EU-Länder beteiligt, darunter Deutschland. Schweden soll die Federführung des Projekts übernehmen. Die Industrie wird durch 31 Unternehmen vertreten sein.

Ziel von S.O.S. sei es, die nationalen E-Health-Infrastrukturen kompatibel zu machen, um Informationen über Diagnosen und die Medikation eines Patienten aber auch elektronische Rezepte EU-weit verfügbar zu machen, so Comyn. Dahinter steckt die Annahme, dass sich zunehmend mehr Patienten im EU-Ausland behandeln lassen werden. Bislang beträgt der Anteil der Gesundheitsausgaben für Auslandsbehandlungen knapp ein Prozent.

Anwendungsgebiete für E-Health gibt es viele: elektronische Krankenakten und digitales Medikamentenmanagement gehören ebenso dazu wie biomedizinische Sensoren, die in die Kleidung von Patienten integriert werden und Daten per Funk zum Arzt übertragen. Zu E-Health gezählt werden auch Anwendungen für die öffentliche Gesundheit, beispielsweise Krisenmanagement bei Seuchen oder Bioterrorismus.

Das S.O.S.-Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Die EU-Kommission unterstützt den Pilotverbund mit acht Millionen Euro. Ein Netzwerk aus Patientenverbänden, Vertretern von Ärzten und Apothekern soll die S.O.S.-Partner bei ihrer Arbeit beratend begleiten.

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