Ärzte Zeitung online, 18.11.2009

Telemedizinische Betreuung hilft Depressiven

STUTTGART (maw). Das Beispiel des Freitodes von Nationaltorwart Robert Enke hat die Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf depressive Patienten gelenkt. Mit weltweit etwa 121 Millionen Betroffenen ist die Depression eine der Volkskrankheiten. Doch - das zeigt Enkes Fall - scheuen sich die meisten Betroffenen, ihrem Umfeld ihr Leiden zu offenbaren. Viele nehmen noch nicht einmal professionelle Hilfe an. Nur vier Prozent der behandlungsbedürftigen Depressiven in Deutschland gelten als angemessen therapiert.

Hier kann laut dem Stuttgarter Unternehmen AnyCare eine auf strengster Vertraulichkeit und Vertrauen basierende telemedizinische Unterstützung durch speziell geschultes Fachpersonal eine große Hilfe darstellen. Das Unternehmen stützt sich bei dieser Aussage auf Erfahrungen mit mittlerweile mehreren Tausend betreuten Depressiven.

Die Betroffenen fühlen sich nach Unternehmensaussage besser unterstützt. Die herkömmliche Therapie der Depression werde wirkungsvoll verstärkt. Außerdem könnten die Kosten gesenkt werden, da der Krankheitsverlauf durch die zusätzliche Betreuung oft weniger schwer sei. Aus diesem Grund biete eine zunehmende Zahl von gesetzlichen und privaten Krankenkassen ihren Versicherten eine zusätzliche telemedizinische Betreuung an. Die Teilnahme ist für die Versicherten kostenlos.

Die telemedizinischen Programme, die eine Betreuung auch außerhalb regulärer Sprechstunden leisten, können laut AnyCare die bestehenden Lücken in der Versorgung ausgleichen. Denn sie erreichten auch jene, die eine Therapie beim Fachspezialisten nicht wahrnehmen können oder wollen, sei es aus Angst vor Stigmatisierung oder weil entsprechende Angebote in Wohnortnähe fehlen.

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