Ärzte Zeitung, 05.03.2010

Kammerchefin: Telemedizin kann Ärzte nicht ersetzen

HANNOVER (cben). Dr. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), hat zu Beginn der CeBIT davor gewarnt, die Telemedizin überzubewerten. "Innovative Techniken vernetzen und beschleunigen die Kommunikation im Gesundheitswesen. Aber sie ersetzen keineswegs die persönliche Beziehung zwischen Patient und Arzt", sagte Wenker zum Auftakt der Leitmesse für digitale Medizin "TeleHealth", die parallel zur CeBIT derzeit in Hannover stattfindet.

"Jedes Gespräch, jeder Augenkontakt mit dem Arzt bedeutet für den Patienten Zuwendung und ist zugleich schon ein Teil der Therapie. Bei all den technischen Möglichkeiten dürfen wir die humane, die soziale und psychische Komponente nicht vergessen", so Wenker.

Im Mittelpunkt der Versorgung stehe stets das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Wünschenswert seien wissenschaftliche Studien zum Einfluss der Telemedizin auf das Patient-Arzt-Verhältnis. Ein weiterer wesentlicher Aspekt sei der Datenschutz, der im Sinne der Patientensicherheit und der Patientenrechte immer gewährleistet sein müsse, erklärte Wenker.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »

Wie Ärzte Hausbesuche richtig delegieren

Das EBM-Kapitel 38 macht den NäPA-Hausbesuch auch für Fachärzte interessant. Was abgerechnet werden darf, hängt nämlich entscheidend von der Qualifikation der Praxismitarbeiterin ab. mehr »