Ärzte Zeitung online, 28.12.2010

Rheinland-Pfalz fördert Aufbau videounterstützter Parkinson-Therapie

MAINZ (maw). Mit rund 197 000 Euro fördert das Land Rheinland-Pfalz den Aufbau eines nach eigenen Angaben bundesweit einmaligen Telemedizinregisters via ambulanter videounterstützter Parkinson-Therapie.

Rheinland-Pfalz fördert Aufbau videounterstützter Parkinson-Therapie

Das Land Rheinland-Pfalz setzt auf die Telemedizin zur ambulanten Versorgung von Parkinson-Patienten.

© moonrun / fotolia.com

Im Rahmen der Initiative Gesundheitswirtschaft hat Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) den Angaben zufolge der Medizinischen Videobeobachtung GmbH in Koblenz unter anderem für den Aufbau des pilotartigen Telemedizin-Projektes 196 855 Euro bewilligt.

Das Projekt "Videounterstützte Telemedizin für Parkinsonpatienten", eine ambulante videounterstützte Parkinsontherapie, sei eine innovative Behandlungsform, bei der eine medikamentöse Neueinstellung bei Patienten mit Morbus Parkinson alternativ zu einem mehrwöchigen Klinikaufenthalt mittels Videodokumentation in der häuslichen Umgebung geleistet wird.

Ziel der ambulanten videounterstützten Parkinsontherapie sei die bestmögliche Medikation des Patienten in seinem Zuhause. Klinikaufenthalte fielen weg und den Ärzten böten sich therapeutische Optionen, die im Krankenhaus nicht möglich seien. "Mit der Entwicklung von Datenbanken für die Versorgungsforschung, um Behandlungsdaten telemedizinischer Anwendungen zu evaluieren, stärken wir den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort, insbesondere den IT-Standort Koblenz im Bereich Telemedizin, und sichern eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau in unseren ländlich strukturierten Regionen", rechtfertigte Hering das Engagement. Das Projekt stamme aus dem Ideenwettbewerb der Initiative und werde gemeinsam mit acht Projektpartnern in den kommenden zwei Jahren umgesetzt .

Mit der Einführung des "Telemedizinregisters Rheinland-Pfalz" am IT-Standort Koblenz werde eine in Deutschland bislang einzigartige Plattform geschaffen, die eine Grundlage und einen erheblichen Wettbewerbsvorteil für das Land zur erfolgreichen Einführung von Telemedizin darstelle. Derzeit seien in Rheinland-Pfalz 20 000 Menschen an Morbus Parkinson erkrankt. Bis 2030 werde sich deren Zahl verdoppeln.

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