Ärzte Zeitung online, 08.11.2013

Telemedizin

Den Zucker online stets im Blick

Ansätze für eine telemedizinische Behandlung von Diabetes-Patienten gibt es schon seit vielen Jahren. Einen echten Durchbruch hat es aber bisher noch nicht gegeben. Es gibt allerdings mehrere viel versprechende Szenarien.

Von Philipp Grätzel von Grätz

Telemedizin: Den Zucker online stets im Blick

Blutzucker-Tagebuch via Smartphone-App: Viele moderne Blutzuckermessgeräte verfügen über entsprechende Schnittstellen für den Daten-Upload.

© rangizzz / fotolia.com

BERLIN. Schon vor einem Vierteljahrhundert wurde bei der Indikation Diabetes mit Telemedizinszenarien experimentiert. Etabliert hat sich das Verfahren bisher nur ansatzweise. Allerdings gehen in letzter Zeit wieder vermehrt neue Projekte an den Start - sowohl im stationären als auch im ambulanten Kontext.

Telemedizin ist bekanntlich ein Oberbegriff für eine ganze Reihe unterschiedlicher, IT-gestützter Versorgungsszenarien. Das gilt auch für den Diabetes.

Bei einem Symposium des Zentrums für Telematik und Telemedizin (ZTG) in Bielefeld hat Professor Stephan Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) kürzlich das Spektrum dargestellt.

Szenario I: Telediabetologie im Klinikverbund

Ein recht neues Gebiet ist die telemedizinische Betreuung von Diabetes-Patienten im stationären Umfeld. Dabei geht es in einer gewissen Analogie zur Teleradiologie darum, diabetologische Expertise auch in jenen Stationen oder Kliniken zur Verfügung zu stellen, in denen kein oder nicht ständig ein Diabetologe verfügbar ist.

Martin berichtete über das stationäre telediabetologische TeDia-Szenario, das mehrere Kliniken des Verbunds Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) gemeinsam mit dem WDGZ umgesetzt haben.

Dabei kümmern sich die Experten vom WDGZ um die tägliche Blutzuckerüberwachung und Insulinanpassung. So wird gewährleistet, dass möglichst viele VKKD-Patienten eine optimale Diabetesversorgung erhalten.

Ähnlich wie bei anderen Indikationen stoßen solche Telekonsultationsszenarien nicht überall auf Zustimmung. "Unser Ziel sollte sein, in möglichst allen Kliniken diabetologische Expertise vor Ort zu haben", sagt Professor Andreas Fritsche von der Universität Tübingen.

"Ob ein Patient beispielsweise falsch oder gar nicht injiziert, kann ich als Arzt letztlich nur herausbekommen, wenn ich mir die Injektionsstellen und den Pen direkt anschaue."

Wie Szenario II und III aussehen, lesen Sie exklusiv in der Freitagsausgabe (8.11.) der "Ärzte Zeitung digital"...

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