Ärzte Zeitung, 02.10.2014
 

Kommentar zur E-Akte

Vorsprung durch Technik

Von Marco Hübner

Seit vielen Jahren wird in Deutschland um die elektronische Vernetzung der Ärzte untereinander gerungen. 2015 sollen die Online-Anwendungen der E-Card nun in den Testlauf gehen.

Den Ärzten wird auch dann zunächst noch kein echter Nutzen für den Praxisalltag geboten. Eine schlechte Basis, die kaum Ärzte mehr als bisher für die Telematik begeistern wird.

Deren Begeisterung braucht es aber, wenn irgendwann eine einheitliche Telematikinfrastruktur, die tatsächlich für medizinische Anwendungen genutzt wird, in Deutschland erfolgreich sein soll. Ärzte brauchen Anreize, damit sie von außen auferlegte Technikstandards annehmen.

Vorbild kann die Strategie der USA sein, wo bereits 65 Prozent der Ärzte aktiv mit einer praxisübergreifenden elektronischen Patientenakte arbeiten. Dort geht es vornehmlich darum, das zu belohnen, was tatsächlich in der Praxis über Telematik erledigt wird - also die Anwendung - und nicht nur das Vorhalten der Technik, die irgendwann dafür benutzt werden könnte.

Nur das schafft echten Vorsprung in der Versorgung. Dass Ärzte diesen wollen, zeigen sie, indem sie immer wieder selbst Insellösungen für den Austausch untereinander schaffen, warum daraus nicht auf nationaler Ebene lernen und den Nutzen für Arzt und Patient mehr in den Vordergrund stellen?

Lesen Sie dazu auch:
USA: Vorreiter bei der elektronischen Patientenakte

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