Ärzte Zeitung, 28.05.2015

Neues Projekt

Mainz schreibt sich Telematik auf die Fahne

Mit dem Telematik-Projekt "E.He.R. versorgt" will Rheinland-Pfalz unter anderem Ärzte entlasten.

MAINZ. Rheinland-Pfalz fördert im Rahmen der Initiative Gesundheitswirtschaft ein Jahr lang das Telematik-Projekt "E.He.R. versorgt" mit rund 400.000 Euro.

Das Akronym steht für "Projekt zur Etablierung eines Versorgungskonzeptes für Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen in Rheinland-Pfalz".

Zusammen mit der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke, dem Westpfalz-Klinikum, dem Fraunhofer IESE in Kaiserslautern und dem Unternehmen Vitaphone schaffe das Gesundheitsministerium damit eine wichtige Basis für die flächendeckende und wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung der Zukunft.

Durch die regelmäßige Messung und Übertragung von Vitalparametern in den eigenen vier Wänden der Patienten, dem Telemonitoring, könnten Wege und Zeit zwischen Arztbesuchen überbrückt werden, heißt es in der Projektbeschreibung.

Via regelmäßiger Verlaufskontrolle könnten behandelnde Ärzte die Therapie optimieren und bei sich anbahnenden oder rasch eintretenden kritischen Veränderungen schnell reagieren. Durch das Projektkonzept gewönnen Patienten mehr Sicherheit.

"Weichen für Telemedizin gestellt"

Mittels der telemedizinischen Anwendungen verzahne Rheinland-Pfalz behandelnde Ärzte in Praxis und Klinik, wie Landesgesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) betont.

Bereits in einem Interview mit der "Ärzte Zeitung" hatte die Ministerin eine klare Ansage für den rheinland-pfälzischen Ansatz in puncto Telemedizin gegeben: "Es geht uns um eine Ergänzung des Angebots in der Versorgung, um eine Entlastung der Ärztinnen und Ärzte und der Patientinnen und Patienten."

Die Projektpartner erproben und evaluieren laut Ministerium flächendeckende Telematik-Anwendungen für Rheinland-Pfalz. Sie erarbeiteten ein Versorgungskonzept, das maßgeschneiderte medizinische Leistungen weitgehend orts- und zeitunabhängig verfügbar mache, heißt es.

"Wir haben in Rheinland-Pfalz rechtzeitig die Weichen für Telemedizin gestellt und starten jetzt mit der Umsetzung in die Fläche", resümierte Bätzing-Lichtenthäler in Mainz anlässlich der Übergabe der Bewilligung an Dr. Thomas Helms, Vorstandsvorsitzender der gemeinnützigen Deutschen Stiftung für chronisch Kranke. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Hausarztverträge im Visier des BVA

Das Bundesversicherungsamt duldet Chronikerpauschalen in bisheriger Form nicht mehr. Bis Ende August müssen Kassen Verträge anpassen. Hausärzte-Chef Weigeldt ist vergrätzt. mehr »

Reiseimpfungen – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

IQWiG hinterfragt Darmkrebs-Screening

Der aktuelle Rapid Report des IQWiG kommt ebenso wie der Abschlussbericht von 2013 zu dem Fazit: Der Nutzen des Screenings bei unter 55-Jährigen mit einem familiären Risiko für Darmkrebs ist unklar. mehr »