Ärzte Zeitung online, 11.04.2016

E-Health

Vielen Versicherten fehlt Vertrauen

Fast die Hälfte der Krankenversicherten misstraut der Digitalisierung im Gesundheitswesen, wie eine aktuelle Befragung zeigt.

BERLIN. Knapp die Hälfte der Krankenversicherten steht der Digitalisierung im Gesundheitswesen skeptisch gegenüber. "Fast jedem Zweiten fehlt das Vertrauen, dass persönliche Daten, die digital übermittelt und gespeichert werden, sicher sind und nicht in falsche Hände geraten."

Das geht aus einer Befragung der Wirtschaftsprüfungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) zu Gesundheitsthemen hervor.

An der verbreiteten Skepsis scheint auch das geplante E-Health-Gesetz nichts zu ändern, das Sicherheitsstandards festschreibt und den rechtlichen Rahmen für die Telemedizin und die elektronische Gesundheitskarte bildet.

Nur 22 Prozent begrüßen E-Health-Gesetz

Nur 22 Prozent der gesetzlich Versicherten und 14 Prozent der Privatversicherten begrüßen laut Studie dieses Gesetz ohne Einschränkung. 47 Prozent der Privatversicherten und 43 Prozent der gesetzlich Versicherten sind nach wie vor misstrauisch.

Der Leiter des Bereichs Gesundheitswesen und Pharma, Michael Burkhart, erklärte hingegen: "Die digitale Übertragung von Unterlagen würde die Kommunikation zwischen Versicherten, Hausarzt, Facharzt und Krankenhaus deutlich erleichtern und Patienten viele Wege ersparen."

Versicherte erwarten mehr Service in Praxen

In Arztpraxen erwarten Versicherte der Studie zufolge mehr Service: 45 Prozent (2015: 43 Prozent) störten sich daran, dass sich der Arzt zu wenig Zeit für sie nimmt. Auffällig sei die wachsende Unzufriedenheit unter Privatversicherten, hieß es.

Ihr Anteil sei in einem Jahr von 22 auf 29 Prozent gestiegen. Bemängelt werde auch, dass sich Praxisöffnungszeiten zu wenig an den Bedürfnissen der Patienten orientieren. (dpa)

[12.04.2016, 08:47:09]
Dr. Henning Fischer 
"47 Prozent der Privatversicherten und 43 Prozent der gesetzlich Versicherten sind nach wie vor misstrauisch"

angesichts der jüngsten Datenskandale müßten es mindestens 80-90% sein!

"Auffällig sei die wachsende Unzufriedenheit unter Privatversicherten, hieß es"

Noch auffälliger ist die Unzufriedenheit der Behandler von Privatpatienten, die seit 20 Jahren keine Honorarsteigerung mehr bekommen haben.

Verrückte Welt!
 zum Beitrag »
[11.04.2016, 22:02:22]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
mehr service und mehr e-health ist ein Widerspruch, entweder oder
Die Gefahr erscheint mir höher als der Nutzen.
Das sieht wohl auch die Mehrzahl der Patienten so.
Der Mensch ist kein Auto, eine Kontonummer schon gar nicht.
So leicht wie eine Kontobuchung zuhause im Internet ist "Medizin" leider nicht,
liebe Technikfreude.
Und ich hoffe es kommt beim Arzt nicht soweit wie bei den Banken, oder bei der Telekom, wenn das mal mit dem online nicht klappt und die Arzthelferin sagt, da kann ich auch nichts machen, ich gebe ihnen hier eine Telefon-Nr. die müssen Sie anrufen, aber halten Sie bitte ihre spezielle online-Geheimnummer bereit sonst kann der auch nicht weiterhelfen, ich darf die ja nicht haben wegen dem Datenschutz,
ach ja dann auch noch die spezielle Tel.-Kontaktnr.
Es könnte ja ein anderer sich für Sie ausgeben, das müssen Sie doch verstehen.

Wirklich ein großer Fortschritt. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

Weg frei für GroKo-Gespräche und Nachverhandlungen

Es war eine Zitterpartie: Weniger als 60 Prozent der SPD-Delegierten auf dem Parteitag stimmten Gesprächen zur Bildung einer große Koalition zu. Nun soll weiterverhandelt werden – auch in Sachen Gesundheit. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »