Ärzte Zeitung, 09.11.2016

Telemedizin

Kassen gefragt

Ein Kommentar von Ilse Schlingensiepen

Die Erprobung neuer telemedizinischer Anwendungen ist ohne das Engagement der beteiligten Ärzte und anderer Berufsgruppen kaum vorstellbar. Gerade in Ärztenetzen sind die Mediziner häufig bereit, viel Zeit und Arbeit in Modellprojekte zu stecken. Sie treibt die Hoffnung, mit Unterstützung der Technik die Versorgung ihrer Patienten verbessern zu können.

Es gibt aber eine weitere Komponente, die entscheidend zu Fortschritten in diesem Bereich beiträgt: die Bereitschaft der Politik, Geld für die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen in die Hand zu nehmen.

Ist dies wie in Bayern der Fall, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte. Auch in Nordrhein-Westfalen, wo das Gesundheitsministerium Telematik und Telemedizin gezielt fördert, hat sich eine bunte Landschaft mit verschiedenen Modellen entwickelt.

Nicht alle Ansätze werden erfolgreich sein. Misserfolge gehören dazu, wenn man neue Technologien erprobt. Die Modelle, die einen wirklichen Fortschritt bedeuten und auf Dauer finanzierbar sind, werden sich aber durchsetzen.

Dafür lohnen sich die Investitionen. Deshalb ist in diesem Feld nicht nur die Politik gefragt, sondern auch die Kassen müssen in Vorleistung gehen. Immer nur auf das Engagement der Ärzte zu setzen, reicht jedenfalls nicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wann Bergsteigen fürs Herz schädlich ist – und wann nicht

Forscher haben Studien zu herzkranken Bergsteigern ausgewertet und geben Tipps, was Ärzte bei welcher Krankheit beachten müssen. mehr »

Deutlich mehr Masernfälle in der Europäischen Region

In der Europäischen Region der WHO gab es 2017 eine Zunahme der Masernfälle um 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr. mehr »

Aktionsplan soll Gesundheitskompetenz stärken

Gesundheitsinformationen sind in vielfältiger Form der Bevölkerung heute zugänglich. Doch mit der richtigen Einordnung und Umsetzung hapert es oft. Das soll sich künftig ändern. mehr »