Ärzte Zeitung online, 16.05.2018

Fernbehandlung

NAV will kommerzielle Callcenter überflüssig machen

Nach dem Beschluss zum Fernbehandlungsverbot beim Ärztetag will Gesundheitsminister Jens Spahn einen runden Tisch einberufen. Der NAV Virchow-Bund drängt auf rasche Umsetzung.

NAV will kommerzielle Callcenter überflüssig machen

Ärzte wollen Alternativen zu kommerziell-betriebenen Gesundheits-Callcentern für die Fernbehandlung anbieten.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

BERLIN. Wie lassen sich Angebote der Fernbehandlung in den Versorgungsalltag integrieren? Diese Frage will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einem runden Tisch mit Ärzteverbänden, Selbstverwaltung und dem Deutschen Pflegerat beraten.

Zuvor hatte der Deutsche Ärztetag eine Lockerung des Fernbehandlungsverbots in der Musterberufsordnung beschlossen. Der NAV Virchow-Bund will sich nun in dem runden Tisch gerne einbringen und mit für eine rasche Umsetzung sorgen.

"Fernbehandlung sinnvoll einzusetzen und medizinisch verantwortbar zu gestalten, liegt an uns Ärzten. Wir müssen jetzt schnell klarstellen, was sich technisch umsetzen und in die Versorgungssystematik integrieren lässt", erklärte der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes Dr. Dirk Heinrich in einer Pressemitteilung des Verbandes.

"Wir brauchen rasche Lösungen im Sinne der niedergelassenen Haus- und Fachärzte und ihrer Patienten. Ärztliche Sorgfalt ja, aber keine angstgesteuerte Blockadehaltung durch die Landesärztekammern bitte", so der Appell Heinrichs. "Dort, wo wir Probleme und Risiken benennen – etwa bei kommerziell betriebenen Gesundheits-Callcentern – müssen wir bessere Alternativen anbieten."

Wichtig ist Heinrich auch die konsequente Aufklärung der Patienten, was über eine Online-Sprechstunde möglich ist und was nicht: Zum Beispiel soll ja ein Online-Krankschreibung weiterhin ausgeschlossen sein. (ger)

Das sagen Ärzte zur Lockerung des Fernbehandlungsverbots

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Antidepressiva sicherer als gedacht

Wer Antidepressiva benötigt, trägt ein höheres Suizidrisiko - schwangere Patientinnen gebären gehäuft Kinder mit Autismus. Das alles liegt aber wahrscheinlich nicht an der Medikation. mehr »

Spahns Kassenreform im Vorstände-Check

Mit dem „Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz“ will Gesundheitsminister Spahn einen gerechteren Wettbewerb unter den Kassen anfachen. Wir haben vier Kassenvorstände befragt, was sie vom Gesetzentwurf halten. mehr »

Therapiewandel bei Hepatitis C ist Realität

Eine Hepatitis C-Infektion wird pro Jahr bei rund 5000 Bundesbürgern entdeckt – viele davon können geheilt werden. Dennoch gibt es Verbesserungspotenzial, betont der Gastroenterologe Professor Heiner Wedemeyer. mehr »