Ärzte Zeitung online, 11.12.2018

Telemedizin

Der analoge Patient

Ein Kommentar von Daniel Burghardt

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Schreiben Sie dem Autor daniel.burghardt@springer.com

Digital statt analog – das gilt heute für die kleinsten Winkel des Lebens. Auch unterm Weihnachtsbaum regiert Technik, mit Fitnesstrackern, Smartwatches oder sprachgesteuerten Assistenten. Doch während der Alltag rasant digitalisiert wird, sind viele Arzt-Patienten-Beziehungen noch offline.

Erblassen dürften Digitalfans beim Blick auf die Nutzungsdaten des Bewertungsausschusses zur Telemedizin. Zugegeben: Zum Zeitpunkt der Erhebung waren manche technische Voraussetzungen noch nicht gegeben. Zudem wurden Selektiv-Verträge nicht erfasst. Dennoch sind die Zahlen verschwindend gering.

Das überrascht, denn mehreren Umfragen zufolge stehen die meisten Ärzte der Telemedizin positiv gegenüber. Das Problem ist nur: Wenn sich ihr Einsatz in der Regelversorgung nicht lohnt, dann findet sie dort auch nicht statt.

Eine Killer-Applikation – heißt eine Anwendung, die der Technologie zum Durchbruch verhilft – steht noch aus. Könnte das für 2020 geplante E-Rezept hierfür den Startschuss liefern?

Generell sind Gesetzgeber und Selbstverwaltung gefordert, die Telemedizin in den Alltag zu bringen. Es braucht weitere Investitionen, damit Nutzen und Akzeptanz bei den Ärzten ankommen – und letztlich beim Patienten.

Lesen Sie dazu auch:
Abrechnungsdaten:Telemedizin bleibt Ladenhüter

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