Ärzte Zeitung, 30.11.2015

Anlagen-Kolumne

Auf dem falschen Fuß erwischt?

Von Jens Ehrhardt

Auf dem falschen Fuß erwischt?

Das Börsengeschehen hängt nach wie vor insbesondere an den Entscheidungen der großen Notenbanken. In den kommenden Wochen stehen richtungsweisende Treffen der europäischen und amerikanischen Notenbanken an.

Während die EZB auf weitere Lockerungsmaßnahmen zusteuert, gilt es als ausgemacht, dass die FED in den USA die Zinsen erstmals seit Jahren leicht anheben wird.

Diese entgegengesetzte Entwicklung ist ein Grund für den extrem festen US-Dollar und demgegenüber den schwachen Euro. Gleichzeitig schwächeln die Schwellenländer, weil sie meist unter dem starken Dollar leiden.

Professionelle Anleger orientieren sind laut jüngster Fondsmanagerumfrage eindeutig an diesen Trends: Selten zuvor gab es so viele Investoren, die von einem steigenden Dollar und schwachen Schwellenländern ausgingen.

Trend spricht für einen starken Dollar

Sehr antizyklisch denkende Investoren könnten sich vor oder kurz nach den nächsten Notenbanksitzungen entsprechend positionieren, denn das Überraschungspotenzial für einen schwächeren Dollar und eine bessere Entwicklung der Schwellenländerbörsen wäre groß, sollte es sich erst einmal in Bewegung setzen.

Im Moment drängen sich wenige Argumente auf, die dafür sprechen. Oft ist es ein gefährliches Zeichen, wenn eine Situation zu klar ist.

Dreht der Dollar, hätte das zahlreiche Implikationen. Neben den Schwellenländern würde sich auch die US-Industrie freuen, deren Exportgeschäfte momentan erheblichen Gegenwind spüren. Gleichzeitig könnten die europäischen Börsen unter Druck geraten.

Fazit: Im Moment spricht der Trend für einen starken US-Dollar, für europäische Aktien und gegen Schwellenländer. Vorausschauende Anleger sollten sich damit beschäftigen, wie sie reagieren, wenn diese Trends drehen. Oder ob es nicht besser wäre, die Entwicklung zu antizipieren, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Topics
Schlagworte
Anlagen-Kolumne (168)
Personen
Jens Ehrhardt (275)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Komplementärmedizin für Krebskranke tödlich wird

Krebspatienten, die zusätzlich unbewiesene Heilverfahren nutzen, verschlechtern wohl ihre Überlebenschance. Die Erklärung ist nicht in der Komplementärmedizin selbst zu suchen. mehr »

Kurskorrektur in der Alzheimerforschung?

Offenbar entzieht sich das Gehirn bei Morbus Alzheimer dem Immunsystem. Checkpoint-Hemmer aus der Krebstherapie könnten dies verhindern. Bei Mäusen klappt das schon. mehr »

Carvedilol für alte Diabetiker? Besser nicht!

Erhalten pflegebedürftige Diabetiker nach Herzinfarkt einen "diabetikerfreundlichen" Betablocker, sinkt zwar die Gefahr von Hyperglykämien. Ins Krankenhaus müssen sie trotzdem häufiger. mehr »