Ärzte Zeitung, 18.04.2016
 

Anlagen-kolumne

Abwarten lautet die Devise

Von Jens Ehrhardt

Abwarten lautet die Devise

Seit dem Stimmungstief zum Jahresanfang, welches auf die herben Kursrückgänge folgte, hat sich viel getan.

Inzwischen ist der Dax "nur" noch rund sechs Prozent im Minus, und nicht wenige Investoren dürften bald wieder das Gefühl verspüren, nach oben nichts verpassen zu wollen.

Im Moment ist die Lage noch sehr ausgeglichen und neutral. Während der Dax in Deutschland seit den Höchstkursen bei 12.400 Punkten auf 10.100 aktuell immer noch rund 18 Prozent verloren hat, stehen die USA nahe ihren Höchstkursen. Entsprechend optimistischer ist die Lage dort.

Die jüngste Erholung wurde insbesondere von drei Faktoren begünstigt. Dem steigenden Ölpreis, US-Konjukturdaten, die gegen eine Rezession sprechen, und deutlich besseren Makrodaten aus China. Alle drei Aspekte wurden zu Jahresanfang von den Investoren noch komplett unterschiedlich eingeschätzt.

Das Öl verzeichnet inzwischen allerdings so viele Investoren, die auf steigende Kurse spekulieren, wie selten zuvor.

Eine Beruhigung der jüngsten Preisanstiege erscheint ziemlich wahrscheinlich. Das könnte, wenn die gleiche Korrelation wie zuvor gilt, den Aktienmarkt belasten, weil dann wieder Sorgen über die Investitionstätigkeit in den Vordergrund rücken.

Das Thema US-Rezession ist so schnell wieder verschwunden, wie es aufkam. Erstaunlich ist aber immer wieder, wie schnell die Meinung bei der Investorengemeinde drehen kann.

Die Erholung der chinesischen Konjunktur sollte vorerst noch anhalten, wenn man die jüngsten Geldmengenwachstumsraten als Vorlaufindikator verwendet.

Da sich der Dax inzwischen seiner 200 Tage-Linie von unten nähert und auch der seit einem Jahr bestehende Abwärtstrend in greifbare Nähe rückt, dürften die kommenden Tage sehr entscheidend werden.

Fazit: Im Moment ist es für Anleger, die möglichst wenig riskieren wollen, besser, abzuwarten. Angenommen, der Markt fällt dennoch erneut, dann hilft es auch nur im relativen Vergleich, dass die Kurse in Deutschland wieder günstiger sind als in den USA.

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