Ärzte Zeitung, 15.11.2016
 

Anlagen-Kolumne

Zeichen der Stärke von den Märkten

Donald Trump ist zum zukünftigen US-Präsidenten gewählt worden – die Welt zittert: zu Recht? Ist nicht genau jetzt für Anleger ein guter Zeitpunkt zum Einsteigen?

Jens Ehrhardt

Zeichen der Stärke von den Märkten

Trumps Wahlsieg: ein guter Zeitpunkt zum Einsteigen?

© Leonardo Franko / fotolia.com

Das wichtigste vorab: Wir befinden uns in der statistisch besten Börsenphase des Jahres, und Aktien sind nach wie vor eine attraktive Anlageklasse, die sowohl eine vernünftige Dividendenrendite, als auch einen Sachwertcharakter bietet, der im Falle des Falles Schutz bietet.

Natürlich schwanken Aktienkurse zwischenzeitlich immer wieder deutlich, und auch die Gewinne steigen und fallen über die Jahre, aber langfristig steigen die Gewinne mindestens mit der Inflationsrate, und der Substanzwert der Unternehmen bleibt erhalten, wenn man breit genug diversifiziert.

Der Wahlsieg des designierten US-Präsidenten Donald Trump hat die allermeisten Investoren überrascht und somit auf dem falschen Fuß erwischt. Entsprechend sind initial die Kurse an den Börsen massiv gefallen.

"Kaufen, wenn die Kanonen donnern!"

Es muss aber als Zeichen der Stärke interpretiert werden, dass wenige Stunden nach den deutlichen Kurseinbrüchen genügend Nachfrage im Markt herrschte, sodass die Kurse am Tagesende höher standen als zu Börsenbeginn und das bei sehr hohen Umsätzen. Wieder einmal bewahrheitete sich die Börsenregel: "Kaufen, wenn die Kanonen donnern!"

Sicherlich hat auch der Brexit geholfen, denn die Erfahrung, dass es auch nach dem UK-Referendum eine gute Kaufgelegenheit gewesen wäre, war noch sehr präsent bei den Anlegern.Nun gilt es, nach vorne zu schauen. Die Medien haben mit Trump natürlich einen großen Aufhänger, und die erhöhte Unsicherheit lässt sich prima ausschlachten.

Am Ende werden aber Kompromisse gefunden werden müssen. Trumps Berater haben vermutlich durch die Bank einen Wirtschaftshintergrund und entsprechende Verflechtungen. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass am Ende des Tages die Weichenstellungen für die Unternehmen und somit die Börse im Durchschnitt gar nicht so schlecht sein müssen.

Die Ruhe kehrt zurück im Markt

Auf kurze Sicht wird Ruhe einkehren und die Investoren müssen sich auf das konzentrieren, was ihnen tatsächlich vorliegt und womit sie rechnen können. Das sind derzeit Konjunkturdaten, die international und gerade in Europa nicht so schlecht sind, und Unternehmensdaten, die ebenfalls überwiegend okay ausgefallen sind in der jüngsten Berichtssaison.

Wichtiger dabei ist sogar der Ausblick und der macht ebenfalls überwiegend Mut. Geht man davon aus, dass die Börse der bessere Gradmesser für die Konjunktur ist (Weisheit der Vielen) als anders herum, dann wäre das für die Konjunktur ein gutes Zeichen, denn zuletzt stiegen zyklische Aktien deutlich, und die defensiven, konjunkturunabhängigen Werte verlieren aufgrund ihrer hohen Bewertung, denn sie galten in den vergangenen Jahren als sicherer Hafen.

Fazit: Für den Gesamtmarkt gilt, Käufe mit Blick auf das Jahresende stehen unter einem guten Chance-Risiko-Verhältnis. Defensive, Aktien sollten vor einem Neueinstieg noch günstiger werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Vom Sinn und Unsinn medikamentöser Arthrose-Therapien

Arthrosebeschwerden sind weit verbreitet und nur begrenzt medikamentös behandelbar. Ein Update zur Evidenzlage medikamentöser Therapien wurde nun präsentiert. mehr »

"Gelegenheits-Chirurgie ist nicht akzeptabel"

Die Risiken, direkt im Zusammenhang mit einer Op im Krankenhaus zu sterben, sind in Häusern mit geringen Fallzahlen höher als in spezialisierten Kliniken. mehr »

Diesen Effekt haben Walnüsse auf Lipide

Die Lipidsenkung durch den täglichen Verzehr von Walnüssen stellt sich offenbar unabhängig davon ein, ob man dabei auf Kohlenhydrate oder Fette oder auf beides verzichtet. mehr »