Ärzte Zeitung online, 10.09.2018

Anlagen-Kolumne

Politik der Notenbank im Blick behalten

Von Jens Ehrhardt

Aktienabstinenz ist auf Dauer kein Erfolgsrezept. Die Möglichkeit, rund 8 Prozent pro Jahr mit Aktien des Dax zu verdienen, lockte in den vergangenen Jahren jedoch offenbar nur wenige deutsche Anleger hinter dem Ofen vor.

Sollte es in den nächsten Jahren wieder zu einer größeren Korrektur kommen, dann dürften sich Anleihenliebhaber und Besitzer von Sparbüchern oder Lebensversicherungen darin bestätigt sehen, ihr Geld auf dem Sparbuch geparkt zu haben.

Wie viel Performance man zuvor verschenkt hat, wird dann gerne vernachlässigt. Die Frage ist nun, wie lange ist es noch hin bis zu einer Korrektur und lohnt der Einstieg heute noch?

Die Aufwärtsbewegung seit 2009 ist gemessen am US-Markt mit 113 Monaten die längste aller Zeiten. Mit etwa 300 Prozent Kursanstieg vom Tief steht die aktuelle Erholung im Einklang zu früheren Börsenbooms.

Die Börsenaufschwünge 1990-2000 und 1932-1937 wurden jeweils von Zinsanstiegen beendet. Insofern bleibt es ratsam, die Notenbankpolitik genau zu beobachten. Das gilt auch deshalb, weil der US-Präsident die US-Wirtschaft und damit möglicherweise die Inflation anheizt, so dass die Notenbank reagieren muss.

Aus markttechnischer Perspektive ist es sehr bedenklich, dass es nicht mehr die breite Masse der Aktien ist, die den Index nach oben zieht. Die neuen Hochs sind nur noch auf eine Handvoll Technologieaktien zurückzuführen, deren Gewicht im Index (und damit auch in vielen Indexfonds) inzwischen eindeutig ein Klumpenrisiko darstellen.

Fazit: Bei Langfristinvestments sollte man sehr selektiv vorgehen. Das Kaufen und Liegenlassen von passiven Produkten dürfte deutlich riskanter sein als in den vergangenen Jahren.

Aktives Portfoliomanagement wird wichtiger denn je. In keinem Fall sollte man sich von fallenden Märkten abschrecken lassen und den Aktienmärkten gänzlich den Rücken kehren.

Der unabhängige Fondsmanager Dr. Jens Ehrhardt erreicht mit seinen Fonds immer wieder Spitzenplätze unter den Vermögensverwaltern.

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