Ärzte Zeitung, 18.07.2008

Mit Festgeld bleibt der Fiskus auf Diät

Ob Tagesgeld oder Festgeld dem Anleger mehr Rendite bringt, hängt auch vom individuellen Steuersatz ab

NEU-ISENBURG (lu). Für Tages- und Festgeld gibt es wieder attraktive Zinsen: Zwischen vier und sechs Prozent im Jahr sind möglich. Am besten fahren Sparer, die ihr Geld auf einem Festgeldkonto anlegen und die Zinsen erst im nächsten Jahr einstreichen.

Viele Sparer stehen derzeit vor der Frage: Was ist besser - Tages- oder Festgeld? Die Antwort darauf hängt zum einen davon ab, wann man das Geld benötigt und welches Konto besser verzinst wird.

Hier gilt: Wenn Ärzte unverzüglich darauf zugreifen wollen, dann bleibt ihnen nur Tagesgeld; wer ein halbes oder ein ganzes Jahr auf dieses Geld verzichten kann, für den ist Festgeld eine Alternative. Die Unterschiede zwischen den Zinssätzen von Tages- und Festgeld sind aktuell gering: Zahlt eine Bank einen anständigen Satz fürs Tagesgeld, liegt auch der Zins fürs Festgeld nicht weit entfernt.

Wer kann, sollte aktuell die Festgeld-Variante wählen. Denn die Abgeltungssteuer, die ab 1. Januar 2009 in Kraft tritt, macht Festgeld für Ärzte in aller Regel attraktiver. Der Grund liegt in der unterschiedlich hohen Besteuerung der Zinserträge in diesem sowie im nächsten Jahr.

Im kommenden Jahr zahlen Anleger auf die Zinsen die pauschale Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent und Solidaritätszuschlag - das entspricht einer Gesamtsteuer von etwa 28 Prozent. In diesem Jahr jedoch wird der individuell unterschiedlich hohe Spitzensteuersatz fällig - und der kann bis zu 42 Prozent betragen. Max Herbst von der FMH Finanzberatung in Frankfurt am Main: "Je höher der eigene Steuersatz, desto eher lohnt sich Festgeld."

Ein Beispiel verdeutlicht die Differenz: Wer 25 000 Euro zu einem Zinssatz von fünf Prozent aufs Tagesgeldkonto legt, erwirtschaftet damit in den restlichen fünf Monaten des Jahres einen Zinsertrag von etwa 520 Euro - die Steuer darauf beträgt bei einem Steuersatz von 42 Prozent 218 Euro. Bei Festgeld, dessen Zins erst im nächsten Jahr fällig wird, ist die Steuer bei gleicher Einlage und gleichem Zinssatz geringer. Der Fiskus will dann nur 145 Euro an Steuern.

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