Ärzte Zeitung, 09.02.2009

Finanzberater haftet für utopische Renditeversprechen

NEU-ISENBURG (reh). Bietet ein professioneller Finanzberater seinem Kunden eine Anlage an, die wirtschaftlich unmöglich ist, haftet er für den Schaden des Anlegers - und zwar auch für den Zinsausfall des eingesetzten Kapitals. Das entschied das Landgericht (LG) Coburg.

Im verhandelten Fall hatte ein Finanzfachmann einem langjährigen Kunden die Vermittlung eines "bank-to-bank-Geschäfts" angeboten. Bei 100-prozentiger Absicherung der Kapitaleinlage versprach er Renditen von 100 Prozent in 40 Wochen oder 350 Prozent in zwei Jahren.

Dem Finanzberater hätte bekannt sein müssen, dass solche Renditen allenfalls durch hoch spekulative Geschäfte zu erwirtschaften seien, so die Richter. Daher habe er den Kläger so zu stellen, wie er ohne die Geldanlage stünde. Das heißt: Rückzahlung der Vermittlungsprämie und Erstattung anderweitig möglicher Anlagezinsen in Höhe klassischer Anlagezinsen von fünf Prozent.

Az.: 21 O 135/08

Topics
Schlagworte
Finanzen/Steuern (10447)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »