Ärzte Zeitung online, 26.02.2009

Phoenix-Anleger warten weiter auf Entschädigung

FRANKFURT AM MAIN (dpa). Die geprellten Anleger der Pleitefirma Phoenix Kapitaldienst müssen vier Jahre nach Auffliegen des Betrugs weiter auf ihr Geld warten. Das sei die Konsequenz eines Beschlusses des Bundesgerichtshofes (BGH) von Anfang Februar, erläuterte die Kanzlei von Insolvenzverwalter Frank Schmitt am Donnerstag.

Der BGH hatte Schmitts Insolvenzplan, der die Auszahlung von 200 Millionen der 230 Millionen Euro Insolvenzmasse vorsieht, endgültig verworfen. Schmitt will sich nun am Freitag mit dem Gläubigerausschuss beraten und Anfang kommender Woche über das weitere Vorgehen informieren.

Eine Gläubigerversammlung hatte dem Plan im April 2007 fast einstimmig zugestimmt und den mehr als 30 000 geprellten Anlegern Hoffnung auf baldige Rückerstattung zumindest eines Teils ihrer Gelder gemacht. Doch schon das Landgericht Frankfurt versagte dem Insolvenzplan die Bestätigung, nachdem Großgläubiger gegen das Verfahren geklagt hatten. Die Karlsruher Richter ließen den Insolvenzplan daran scheitern, dass eine Feststellung der Insolvenzforderung in dem Plan nicht vorgenommen werden könne (Az.: IX ZB 230/07).

Die Frankfurter Firma Phoenix Kapitaldienst hatte mit Hilfe gefälschter Unterlagen Wertpapiergeschäfte vorgetäuscht und Anleger seit Anfang der 1990er Jahre um insgesamt gut 600 Millionen Euro geprellt. Der Betrug war Anfang 2005 aufgeflogen, weil nach dem Tod von Firmengründer Dieter Breitkreuz die Geschäftsführung gewechselt hatte. Phoenix Kapitaldienst musste Insolvenz anmelden. Zwei Ex-Manager wurden im Sommer 2006 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Informationen zum Phoenix-Insolvenzverfahren: www.schubra.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Stress in der Arbeit, Demenz als Rentner?

Wer sich im Berufsleben sehr gestresst fühlt, baut als Rentner schneller geistig ab. Liegt das tatsächlich an den Arbeitsbedingungen? Forscher sind dieser Frage jetzt nachgegangen. mehr »

Weg mit dem Heilpraktikerberuf!

Die Abschaffung des Heilpraktikerberufes steht im Fokus eines aktuell publizierten Memorandums. Aufgestellt hat die Forderung der neu gegründete "Münsteraner Kreis" um die Medizinethikerin Prof. Bettina Schöne-Seifert. mehr »

Klinikärzte mahnen Diabetes-Screening an

Patienten mit Diabetes müssen länger im Krankenhaus bleiben und haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Tübinger Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass ein Diabetes-Screening für über 50-Jährige sinnvoll ist. mehr »